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31. Oktober 2000, 13:38 Uhr

US-Prüfer

Boeing arbeitet nicht sauber

Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing wurde von der US-Flugsicherheitsbehörde FAA abgemahnt. Bei Entwicklung und Produktion wurden grundlegende Fehler gemacht.

Schlamperei festgestellt: Boeing-Produktion
AP

Schlamperei festgestellt: Boeing-Produktion

Washington - Die FAA-Prüfer stießen zwischen Dezember 1999 und Februar 2000 in 107 Fällen auf Qualitätsmängel. Dabei handelte es sich keinesfalls um Einzelfälle, betonte FAA-Vertreter John Hickey. 87 Fehler tauchten bei der Produktion der Verkehrsmaschinen auf und 20 bei deren Entwicklung.

So wurden beispielsweise nach der Abschlussinspektion der Flugzeugtanks noch Reparaturen vorgenommen. Bei einem Flugzeug wurde eine Dichtung nicht richtig befestigt, die die Cockpit-Elektronik vor Kondenswasser schützen soll. In einem anderen Fall fehlten zwei der sechzehn Bolzen, die das Höhenruder halten.

Die Behörde habe Boeing mehrere sofortige Auflagen erteilt, um sicherzustellen, "dass die gelieferten Flugzeuge weiterhin den Sicherheitsnormen entsprechen". Die FAA rügte unter anderem zu komplizierte Produktionsprozesse, ungenügend ausgebildetes Personal sowie "unangemessene oder nicht befolgte Arbeitsanweisungen".

Nach Angaben einer Boeing-Vertreterin sei die Sicherheit der Passagiere durch die monierten Vorfälle "zu keiner Zeit eingeschränkt" gewesen. Boeing habe gemeinsam mit der FAA die geeignete Schritte ergriffen, um die Probleme abzustellen.

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