New York - Seit 15 Jahren das gleiche Bild: Microsoft-Gründer Bill Gates führt einmal mehr die "Forbes"-Liste der reichsten Amerikaner an. Aber die Probleme der Wirtschaft gingen auch an ihm nicht spurlos vorüber: Sein Vermögen verringerte sich auf geschätzte 57 Milliarden Dollar nach 59 Milliarden Dollar im vorigen Jahr, wie das Magazin jetzt berichtete.
Dieses Schicksal teilt er mit vielen Superreichen. Warren Buffett liegt zwar immer noch am Platz zwei der 400 reichsten Amerikaner, aber auch er musste Verluste hinnehmen. Sein Vermögen sank den Angaben zufolge um zwei Milliarden Dollar auf 50 Milliarden Dollar. Andere verzeichneten sogar noch größere Einbußen. Dass die Reichen nicht noch reicher geworden sind, zeige deutlich, dass die Wirtschaft in Schwierigkeiten stecke, sagte "Forbes"-Redakteur Matthew Miller.
Um auf die Liste der 400 Reichsten zu kommen, war in diesem Jahr ein Vermögen von mindestens 1,3 Milliarden Dollar nötig. Der Durchschnitt der 400 reichsten Amerikaner liegt bei 3,9 Milliarden Dollar. Zusammen verfügen sie über 1,57 Billionen Dollar, mehr als das gesamte Bruttoinlandsprodukt Kanadas. Der jüngste auf der Liste ist Mark Zuckerberg, der 24-jährige Gründer des Internetportals Facebook. Er hat ein Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar.
Krise brachte schon Zehntausende um den Job
Die Wirtschaftskrise trifft etliche Landsleute allerdings weitaus härter. In der Finanzbranche des US-Bundesstaates New York haben in diesem Jahr bis Ende August 49.340 Menschen ihren Job verloren. Das gab der Präsident der Abgeordnetenversammlung des Staates, Sheldon Silver, am Mittwoch bekannt. Die Zahl dürfte nach der Pleite von Lehman Brothers und der Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America noch deutlich steigen, sagte er.
Die Branche bringt dem Staat 20 Prozent seiner Steuereinnahmen. Der größte Teil der Mitarbeiter der Finanzbranche arbeitet in New York City. Im Juli waren dort 181.000 Menschen in Banken und Brokerhäusern beschäftigt, 11.000 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Arbeitsministerium des Staates mitteilte. Silver äußerte auch die Befürchtung, dass sich der Wiederaufbau des Komplexes um das World Trade Center wegen der Verluste im Finanzsektor verzögern könnte.