US-Regierung Milliardengeschenk für Fluggesellschaften

Die Drohung hat gewirkt. Nach Konkurswarnungen und angekündigten Massenentlassungen können notleidende US-Fluglinien mit massiven Finanzhilfen rechnen - im Gegensatz zur europäischen Konkurrenz.


Nach der Katastrophe: Flug in rote Zahlen
AFP

Nach der Katastrophe: Flug in rote Zahlen

Washington - Mit fünf Milliarden Dollar (rund 10,5 Milliarden Mark) will die Regierung Bush den US-Airlines unter die Flügel greifen. Der Plan sei bereits führenden Politikern des US-Kongresses vorgelegt worden, sagte ein Sprecher des US-Präsidialamtes. Die Summe decke die direkten Schäden ab, die den Fluggesellschaften nach deren Angaben durch die Anschläge entstanden seien. Über die von den Gesellschaften geforderten Bürgschaften in Höhe von 12,5 Milliarden Dollar solle mit dem Kongress zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden.

Die Fluggesellschaften hatten zuvor gewarnt, sie könnten in Konkurs gehen, wenn sie von der Regierung keine finanziellen Hilfen erhielten. Mehrere Gesellschaften hatten angekündigt, insgesamt mehr als 76.000 Arbeitsplätze zu streichen.

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Der Sprecher des Präsidialamtes teilte ferner mit, Präsident George Bush wolle die verschärften Sicherheitsmaßnahmen bei den Fluggesellschaften und den Flughäfen mit drei Milliarden Dollar unterstützen. Das Geld solle von den 40 Milliarden Dollar genommen werden, die der Kongress als Notmittel nach den Anschlägen genehmigt hatte.

Europäische und deutsche Politiker wollten dagegen keine Zusagen für Finanzhilfen geben. Nach Ansicht der EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio hatten europäische Airlines weitaus geringere Einbußen zu erleiden, da hier nur der Transatlantik-Verkehr betroffen war. Finanzhilfen könnten nur nach der Vorlage "präziser Angaben" über die entstandenen Verluste gewährt werden.

American Airlines und United Airlines, die beiden weltgrößten Fluggesellschaften, hatten am Mittwoch angekündigt, jeweils mindestens 20.000 Mitarbeiter zu entlassen. Zuvor hatten Continental, US Airways und mehrere kleinere Fluglinien eine drastische Reduzierung ihrer Mitarbeiterzahl bekannt gegeben.

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