US-Vermögensverwaltung Lehman Brothers bestimmt drei mögliche Käufer

Neue Verkaufsgerüchte um Lehman Brothers: Einem Zeitungsbericht zufolge hat die US-Investmentbank drei mögliche Investoren für den Verkauf ihrer Vermögensverwaltung gefunden. Das Institut hat durch die Finanzkrise horrende Verluste gemacht.


London - Lehman Brothers Chart zeigen hat offenbar mögliche Käufer für seine Vermögensverwaltung bestimmt. Die US-Investmentbank habe Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Hellman & Friedman sowie Bain Capital darüber informiert, dass sie Chancen auf den Zuschlag hätten, schreibt die "Financial Times" ("FT"). Die Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Lehman-Zentrale in New York: Frisches Kapital dringend benötigt
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Lehman-Zentrale in New York: Frisches Kapital dringend benötigt

Zu Lehmans Vermögensverwaltung gehören die Fondsgesellschaft Neuberger Berman, dazu hält das Institut Beteiligungen an mehreren Hedgefonds. Definitiv habe sich Lehman aber noch nicht für den Verkauf dieses Sektors entschieden, schreibt die "FT". Bislang prüfe das Institut nur verschiedene Optionen, um sich mit frischem Kapital einzudecken. Lehman hat wie seine Wettbewerber durch die Finanzkrise horrende Verluste gemacht.

Das US-Institut habe Angebote eingeholt, um das Käuferinteresse auszuloten. Blackstone Chart zeigen und Carlyle seien in diesem informellen Auktionsprozess ausgeschieden. Carlyles Gebot über sieben Milliarden Dollar sei als zu niedrig betrachtet worden.

Um an frisches Kapital zu kommen, sei neben dem teilweisen oder kompletten Verkauf der Vermögensverwaltung auch die Trennung von den Geschäftsimmobilien denkbar, schreibt die "FT".

117 US-Banken in Schwierigkeiten

Lehman ist bei weitem nicht die einzige US-Bank mit akuten Geldnöten. Nach Angaben des staatlichen US-Einlagensicherungsfonds ist die Zahl der kriselnden Banken und Bausparkassen im zweiten Quartal auf 117 gestiegen. Das sei der höchste Stand seit 2003, teilte die Federal Deposit Insurance Corp. (FDIC) mit. Die Gewinne der insgesamt etwa 8500 Banken seien aufgrund der Krise am Häuser- und am Kreditmarkt im zweiten Quartal um 86 Prozent auf fünf Milliarden Dollar gesunken.

Auch der Kollaps der US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac Chart zeigen sendet neue Schockwellen durch die Finanzwelt: Von den Instituten sind Vorzugsaktien im Wert von rund 36 Milliarden Dollar im Umlauf. Die meisten davon befinden sich weltweit im Besitz von Banken, besonders asiatische und europäische Institute halten ihre Papiere.

Seit dem Zusammenbruch der beiden Krisenbanken verlieren die Vorzugsaktien dramatisch an Wert - Dutzende Finanzinstitute könnten in der Folge gezwungen sein, Verluste abzuschreiben. Allein JP Morgan Chase drohen Berichtigungen von rund 600 Millionen Dollar.

ssu/dpa/Reuters



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