US-Versicherer AIG erneut mit Milliardenverlust

Schlechte Bilanz: Der amerikanische Versicherungskonzern AIG hat im ersten Quartal des Jahres 4,4 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht. Die Zahlen sind erschreckend, aber dennoch deutlich besser als im vergangenen Jahr.


Washington - Der weitgehend verstaatlichte US-Versicherer AIG Chart zeigen steckt weiter tief in den roten Zahlen. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Verlust von knapp 4,4 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres war das Minus mit 7,8 Milliarden Dollar noch weit höher ausgefallen. In den letzten drei Monaten des Jahres 2008 betrug das Minus sogar 61,7 Milliarden Dollar - es war der größte Quartalsverlust eines amerikanischen Unternehmens in der Geschichte der USA.

Vor allem Milliardenkosten für den Konzernumbau und hohe Abschreibungen im Zuge der Finanzkrise hätten das Ergebnis im ersten Quartal belastet, teilte AIG am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Vor Abzug des Verlustanteils, der auf AIG- Vorzugsaktionäre wie den Staat entfällt, lag das Minus des Konzerns sogar bei 5,1 Milliarden Dollar.

Die US-Notenbank hatte AIG im September 2008 in letzter Minute vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Gegenzug erhielt der Staat knapp 80 Prozent der Anteile am Unternehmen. Die verschiedenen Finanzhilfen für AIG summieren sich bislang auf fast 180 Milliarden Dollar.

Angesichts der Unterstützung hatte der Konzern mit Millionen-Boni für Manager im März einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Unter dem Druck der wütenden Öffentlichkeit gaben einige Manager das Geld zurück. Nun wurde allerdings bekannt, dass die Bonuszahlungen insgesamt sogar viermal höher ausfielen, als zunächst angenommen.

hut/dpa/AP



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