US-Wirtschaft Notenbank erwartet Erholung der Konjunktur

Stabile Finanzmärkte, mehr Konsumfreude: Die US-Notenbank zeigt sich zuversichtlich, dass sich die amerikanische Wirtschaft erholt. Sie kündigte an, die Leitzinsen auf ihrem historischen Tiefstand zu belassen. Der Dow Jones schloss nach der Entscheidung im Plus.


Washington - Positive Zeichen von der amerikanischen Wirtschaft: Mehr als anderthalb Jahre nach Beginn der schweren Rezession pendelt sich die US-Konjunktur wieder ein, berichtete die US-Notenbank Fed am Mittwoch in Washington. Die Fed bestätigte zugleich das historische Tief der Leitzinsen - die sie künftig nicht erhöhen will.

Händler an US-Börse: Notebank sieht nahes Ende der Rezession
AFP

Händler an US-Börse: Notebank sieht nahes Ende der Rezession

Die Notenbank will, wie von Analysten erwartet, den wichtigsten Leitzins "für eine längere Periode" auf dem Rekordtief von 0 bis 0,25 Prozent halten. Der Dollar legte am Mittwoch gegenüber dem Euro zu, der Dow Jones Chart zeigen schloss nach der optimistischen Einschätzung der Notenbank zur US-Konjunkturentwicklung im Plus.

Denn die Fed sieht die größte Volkswirtschaft der Welt vor einer Wende: So habe sich die Lage auf den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen weiter beruhigt. Auch bei den Ausgaben der Konsumenten, von denen die US-Wirtschaft zu 70 Prozent abhängt, gebe es Zeichen der Stabilisierung.

Die Kauflaune der Amerikaner trübten allerdings die weiter anhaltende Arbeitslosigkeit, das schwache Wachstum der Einkommen und schwierige Kreditbedingungen.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Anzeichen auf ein nahendes Ende Rezession in den USA unübersehbar gemehrt - ähnliche Anzeichen sehen Wirtschaftsexperten auch in Europa. In den USA ist die Arbeitslosenquote entgegen den Erwartungen im Juli leicht auf 9,4 Prozent gesunken, das Tempo der Jobverluste hat sich deutlich verringert. Zudem war die US-Wirtschaft im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet nur noch um ein Prozent geschrumpft, deutlich weniger als von Ökonomen erwartet.

Fachleute rechnen damit, dass die amerikanische Wirtschaft im dritten Quartal wieder wächst. Laut einer Umfrage des "Wall Street Journal" meinen 27 von 47 befragten Ökonomen, die Rezession sei bereits vorbei, elf erwarten ihr Ende in diesem oder im nächsten Monat.

Andere Experten dämpfen dennoch allzu große Erwartungen. Zwar sprächen alle Indikatoren für ein rasches Wirtschaftswachstum, wurden Volkswirte in der "Washington Post" zitiert. Doch weder würden in den kommenden Monaten die Löhne steigen, noch werde die Zahl der Jobs massiv zunehmen. Der schwere Abschwung in Folge der Finanzkrise hatte in den USA offiziell im Dezember 2007 begonnen.

Die Zentralbank kündigte am Mittwoch zudem an, eines ihrer Programme zur Wiederbelebung der Wirtschaft bis Oktober allmählich auslaufen zu lassen. Dies betrifft das Programm für den Aufkauf von US-Schatzbriefen im Volumen von 300 Milliarden Dollar, mit dem die Zinsen auf Hypotheken und Verbraucherdarlehen gedrückt werden sollten. Die Fed hat bisher Schatzbriefe für 253 Milliarden Dollar gekauft.

Die Zinsentscheidung der Fed war von der Börse mit Spannung erwartet worden. Der Devisenmarkt wolle von der US-Notenbank "unbedingt" etwas optimistischere Töne zum Zustand der US-Wirtschaft hören, hatte ein Händler am Nachmittag gesagt.

Nach der Entscheidung legte der Dollar gegenüber Euro und Yen zu. Nach einem Tageshoch bei 1,4246 Dollar rutschte der Euro in einer ersten Reaktion bis auf 1,4119 Dollar ab. Zuletzt kostete der Euro 1,4184 Dollar Chart zeigen. Dies sei ein Zeichen, dass die US-Wirtschaft einen Boden gefunden habe, sagte ein Händler nach der Stellungnahme der Notenbank.

kgp/dpa/AP/Dow Jones



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Galaxia, 06.08.2009
1.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Im Artikel heisst es ja "Gefragt waren demnach vor allem Maschinen und Fahrzeuge." Und bei Fahrzeugen konkret ist hier sicherlich dies auf die Umwelt-Abwrackprämie zurückzuführen. Daher man muss relativieren und durch diese "Prämie" wurde nur etwas aufgeschoben. Sinn solcher Meldungen ist wohl der Gedanke, das einige meinen man kann etwas schön reden. Die Verpackung macht auch was her, nur ändert das nichts daran wenn der Inhalt faul ist. Deutschland kann nur einen nachhaltigen Aufschwung schaffen, wenn es seine Energietechnologie umstellt.
Bettelmönch, 06.08.2009
2.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Nein, aber das zeigt, daß die Konjunktur komplexer ist als viele Expertenmeinungen suggerieren.
BTW, 06.08.2009
3.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Drastisch mehr Auftraege ? Ist ja voll krass. "Im Jahresvergleich ... lag das Minus im Juni bei 25,3 Prozent nach minus 29,4 Prozent im Vormonat"
mbberlin, 06.08.2009
4.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Blickt ihr beim Spiegel nocht durch?
Wolfghar 06.08.2009
5.
Zitat von sysopNeue Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Industrie konnte im Juni deutlich zulegen - ihre Auftragseingänge stiegen um 4,5 Prozent, weit stärker als von Volkswirten erwartet. Bei all den Meldungen zur Konjunktur - blicken Sie noch durch?
Ich blicke sicher nicht durch, aber ich misstraue auch allen Volkswirten mit Parteibuch und den INSM Gefühlsermittlungsinstituten bei ihrer politischen Stimmungsmache. Was bedeuten 4,5% mehr Aufträge bei einem Einbruch von bis zu 70% teilweise? Ein Aufschwung? Was für eine demagogische Desinformation! Mit Wahrheit und Ehrlichkeit wollen diese Leute sicher nichts zu tun haben. Aber wenn es jetzt wieder neue Aufträge gibt kann man ja endlich die Löhne weiter senken um die Stellen zu halten.
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