3,4 Prozent im Januar Arbeitslosigkeit in den USA erreicht 50-Jahres-Tief

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist zum Jahresbeginn überraschend gesunken – auf einen Tiefstand, den es zuletzt 1969 gab. Neue Jobs gab es etwa im Freizeit- und Hotelsektor.
Las Vegas (Symbolbild von 2017): Neue Jobs wurden unter anderem im Freizeit- und Hotelsektor geschaffen

Las Vegas (Symbolbild von 2017): Neue Jobs wurden unter anderem im Freizeit- und Hotelsektor geschaffen

Foto: John Locher / AP

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als 50 Jahren gesunken. Die größte Volkswirtschaft der Welt schuf im Januar 517.000 neue Jobs und damit knapp doppelt so viele wie im Vormonat, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 3,4 Prozent. So niedrig hatte die Quote zuletzt im Mai 1969 gelegen.

Neue Jobs wurden unter anderem im Freizeit- und Hotelsektor sowie im Gesundheitssektor geschaffen, wie das Arbeitsministerium erklärte. Die guten Arbeitsmarktzahlen dürften allerdings der US-Notenbank Fed Sorgen bereiten. Sie hofft wegen der hohen Inflation auf eine Abkühlung des Arbeitsmarkts.

Der US-Arbeitsmarkt hat für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed eine hohe Bedeutung. Die starke Entwicklung im Januar vergrößert den Spielraum für weitere Zinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation. Die Fed hatte den Leitzins zuletzt am Mittwoch erhöht, aber nur noch um 0,25 Prozentpunkte und weiter steigende Zinsen signalisiert.

Wegen der Coronapandemie hatten im Frühjahr 2020 Millionen Menschen in den USA ihren Job verloren. Im April 2020 schnellte die Arbeitslosenquote auf 14,7 Prozent – den höchsten Stand seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Später konnte sich die US-Wirtschaft von den Auswirkungen der Pandemie erholen, die Arbeitslosenzahlen gingen nach und nach zurück.

Gleichzeitig stieg aber die Inflation stark an. Sie erreichte im vergangenen Juni, auch wegen der Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, ein 40-Jahres-Hoch von 9,1 Prozent. Inzwischen ist die Inflation auf 6,5 Prozent zurückgegangen. Damit liegt sie nach wie vor deutlich über der Fed-Zielmarke von zwei Prozent. Die Notenbank hat seit dem vergangenen Jahr achtmal den Leitzins angehoben, zuletzt aber das Tempo bei den Erhöhungen gedrosselt.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sind nach diesen unerwarteten Daten deutlich gefallen.

ani/dpa/AFP
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