Prozess in den USA Chinese gesteht Industriespionage gegen Monsanto

In den USA muss sich ein Chinese vor Gericht verantworten, weil er Betriebsgeheimnisse von Monsanto an die chinesische Regierung verraten hat. Nach seinem Geständnis droht ihm eine lange Freiheitsstrafe.
Kampf gegen Schädlinge: »Gewöhnlicher, isolierter Vorfall«

Kampf gegen Schädlinge: »Gewöhnlicher, isolierter Vorfall«

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Martin Wagner / IMAGO

Ein chinesischer Staatsangehöriger hat in den USA Wirtschaftsspionage gegen den mittlerweile zum deutschen Bayer-Konzern gehörenden Agrarriesen Monsanto zugegeben. Der 44-jährige Bildgebungswissenschaftler Xiang Haitao bekannte sich laut US-Justizministerium am Donnerstag der Verschwörung zur Wirtschaftsspionage für China schuldig. Nach Angaben des Justizministeriums stahl Xiang eine von Monsanto entwickelte Software, die Landwirten helfen sollte, ihre Ernteerträge zu verbessern.

Xiang war zwischen 2008 und 2017 bei Monsanto sowie bei dessen Tochterunternehmen The Climate Corporation beschäftigt. Xiang habe zugegeben, dass er »ein Geschäftsgeheimnis von Monsanto gestohlen, es auf eine Speicherkarte übertragen und versucht hat, es zum Nutzen der chinesischen Regierung in die Volksrepublik China zu bringen«, erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Matthew Olsen.

Als Xiang 2019 von den US-Behörden angeklagt wurde, hatte das chinesische Außenministerium erklärt, Washington versuche, durch den Fall seine Wirtschaftsspionage-Anschuldigungen gegen China zu untermauern. Es handle sich um einen »gewöhnlichen, isolierten Vorfall«, den die US-Regierung hochzuspielen versuche, hatte Sprecher Geng Shuang damals erklärt.

Sollte Xiang am 7. April verurteilt werden, drohen ihm bis zu 15 Jahren Gefängnis und eine mögliche Geldstrafe von fünf Millionen Dollar.

mik/AFP