USA Größte Telekom-Pleite der Geschichte

Nach dem Enron-Skandal und dem Kmart-Kollaps steht der US-Wirtschaft die dritte spektakuläre Pleite innerhalb weniger Wochen ins Haus. Der Telekom-Konzern Global Crossing meldete in New York Konkurs an. Betroffen sind in erster Linie die Aktionäre.


Hamilton - Das Konkursverfahren nach Kapitel 11 des US-Konkursrechtes will das in Hamilton (Bermuda) beheimatete Unternehmen nutzen, um sich zu sanieren. Es will weiter operieren. Die Kunden sollen wie bisher bedient und die Mitarbeiter bezahlt werden, wie ein Sprecher von Global Crossing mitteilte.

Die Gesellschaft hat gleichzeitig mit dem riesigen Mischkonzern Hutchinson Whampoa Limited (Hongkong) und mit dem Telekomunternehmen Singapore Technologies Telemedia eine Absichtserklärung für ein Barinvestment in Höhe von 750 Millionen Dollar vereinbart. Dafür sollen die beiden Firmen aus Fernost eine Mehrheitsbeteiligung an Global Crossing erhalten. Global Crossing verfügt über ein leistungsstarkes Glasfaser-Kommunikationsnetz, das weltweit mehr als 200 Städte in 27 Ländern erreicht.

Die Aktionäre der Global Crossing gehen leer aus. Der Wert der Global Crossing-Aktien war im vergangenen Jahr bereits um 98 Prozent eingebrochen. Sie fielen am Montagmorgen vorbörslich um 23 Cent auf 28 Cent. Die Gläubiger des Unternehmens sollen hingegen Barmittel, neue Schuldtitel und neue Aktien erhalten.

Global Crossing hatte nach Darstellung der amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am 30. September 11 Milliarden Dollar Schulden. Global Crossing ist nach Einschätzung von Telekomexperten ebenso wie andere neuere Telekomunternehmen Opfer der Überkapazitäten im globalen Telekommarkt geworden.



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