Seit März Mehr als 30 Millionen Arbeitslose in den USA

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter: In der vergangenen Woche stellten fast vier Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. Damit haben mehr als 30 Millionen Menschen ihren Job verloren.
Menschen vor dem Arbeitsamt in Fort Smith, Arkansas

Menschen vor dem Arbeitsamt in Fort Smith, Arkansas

Foto: Nick Oxford/ REUTERS

Die Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA hat bereits jetzt unzählige Menschen den Job gekostet: Seit Mitte März haben sich mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis einschließlich 25. April belief sich auf 3,8 Millionen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.

In den fünf Wochen zuvor hatten bereits 26,4 Millionen Menschen ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die neue Gesamtzahl lag damit bei 30,2 Millionen seit Mitte März.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuteten zuletzt auf einen dramatischen Konjunktureinbruch hin. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Arbeitslosenquote wird auf 15 Prozent geschätzt

Die US-Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge bereits bei rund 15 Prozent liegen. Einen genauen Wert gibt es aber noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Neue Daten werden erst Ende kommender Woche veröffentlicht. Im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen. Viele Amerikaner verlieren mit ihrem Job auch ihre Krankenversicherung oder können sich diese nicht mehr leisten.

Fast alle Bundesstaaten verhängten im März Ausgangsbeschränkungen, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen. Damit kam das öffentliche Leben für die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner zum Erliegen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge und Reisen sind gestrichen, Veranstaltungen abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen. Zudem sind Entlassungen in den USA in der Regel weit einfacher möglich als etwa in Deutschland.

Wirtschaftsleistung schrumpft um fast fünf Prozent

Regierung und Kongress haben angesichts der Krise seit Ende März gewaltige Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, um rund 2,7 Billionen Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Davon sollen rund 650 Milliarden Dollar bereitstehen für ein Programm, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen für die kommenden Monate weitgehend die Lohnkosten ersetzt, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.

Die USA steuern nun auf eine tiefe Rezession zu. Von Januar bis einschließlich März ging die US-Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück, wie das Handelsministerium in einer ersten Schätzung mitteilte. Es war der größte Konjunkturrückgang seit der globalen Finanzkrise. Im vierten Quartal 2019 war die US-Wirtschaft noch mit soliden 2,1 Prozent gewachsen.

kko/dpa