USA Not unter Weißen treibt Armutsrate nach oben

Die Zahl der armen Menschen in den USA ist 2004 zum vierten Mal in Folge gestiegen - das geht aus amtlichen Zahlen hervor. Die Bush-Regierung warnt davor, diese Daten zu dramatisieren.


New Yorker Obdachlose sehen Bush-Ansprache (im Jahr 2003): Am besten geht es US-Bürgern mit asiatischen Wurzeln
AP

New Yorker Obdachlose sehen Bush-Ansprache (im Jahr 2003): Am besten geht es US-Bürgern mit asiatischen Wurzeln

Washington - Rund 37 Millionen Menschen - 12,7 Prozent der Bevölkerung - seien arm, teilte das Amt für Volkszählungen gestern bei der Veröffentlichung seines jährlichen Armutsberichtes mit. Demnach ist die Zahl der Armen um 1,1 Millionen gestiegen, ein Plus von 0,2 Prozent. Der Anstieg sei vor allem auf den höheren Anteil von Weißen in der Armutsstatistik zurückzuführen, hieß es. Inzwischen gelten 8,6 Prozent der weißen Bevölkerung in den USA als arm.

Als arm gilt etwa eine vierköpfige Familie, wenn sie weniger als rund 19.310 Dollar im Jahr ausgeben kann. Für Alleinstehende liegt die Grenze bei ungefähr 9650 Dollar. Unter den schwarzen US-Bürgern liegt der Anteil der Armen bei 24,7 Prozent, bei den Hispanoamerikanern bei 21,9 Prozent.

Handelsministerium: Lage bessert sich schon

Ein weiterer Wert aus der Statistik: 15,6 Millionen US-Bürger werden als "sehr arm" eingestuft. In diese Kategorie fällt, wer mit weniger als der Hälfte des für die Armutsgrenze geltenden Mindesteinkommens leben muss.

Das Einkommen des durchschnittlichen US-Haushaltes stagnierte - es lag bei 44.389 Dollar. Bei Schwarzen ist dieser Wert mit 30.134 Dollar am niedrigsten, bei Asiaten mit 57.518 Dollar am höchsten. Weiße liegen mit 48.977 Dollar und Hispanics mit 34.241 Dollar im Mittelfeld.

Die US-Regierung bezeichnete den Zuwachs der Armutsquote als "mäßig". Erfahrungsgemäß hinke die Rate Fortschritten auf dem Arbeitsmarkt und der allgemeinen Wirtschaftslage hinterher, teilte das Handelsministerium mit.



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