Umstrittenes Projekt USA erlauben Shell Öl- und Gasbohrungen in der Arktis

Der Energieriese Shell darf ab dem Sommer im arktischen Ozean nach Öl und Gas bohren. Eine entsprechende Erlaubnis hat die US-Regierung unter Auflagen erteilt. Umweltschützer warnen vor unüberschaubaren Risiken.
Shell-Bohrinsel im Pazifik: Erfolg für den Energieriesen

Shell-Bohrinsel im Pazifik: Erfolg für den Energieriesen

Foto: Daniella Beccaria/seattlepi.com via AP

Für die Öl- und Gasindustrie ist es ein großer Erfolg: Die US-Regierung hat es dem Energieriesen Royal Dutch Shell unter Auflagen gestattet, ab diesem Sommer im arktischen Ozean nach Öl und Gas zu bohren.

Shell hatte sich schon seit Jahren um die Erlaubnis bemüht, an die kostbaren Bodenschätze zu kommen. Der Konzern will in der Tschuktschensee, knapp 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwestküste Alaskas, an bis zu sechs Stellen in relativ flachem Wasser bohren.

Die Entscheidung der US-Regierung ist ein schwerer Schlag für die Umweltschützer, die Bohrungen in arktischen Gewässern kategorisch ablehnen. Sie weisen darauf hin, dass ein Unfall in dem Eismeer noch weitaus verheerendere Folgen haben könnte als die Havarie der Bohrinsel "Deepwater Horizon". Bei dem Unglück waren 2010 elf Menschen getötet worden, Millionen Barrel Öl strömten in den Golf von Mexiko und verursachten gravierende Schäden am Ökosystem.

Die Tschuktschensee gilt als unberechenbar. Das Wetter dort ist extrem, die Wellen können bis zu 15 Meter hoch schlagen. Die nächste Küstenwache, die auf einen möglichen Ölaustritt reagieren könnte, liegt tausend Kilometer entfernt. In dem Meer siedeln Grönlandwale, Walrosse und andere Meeressäuger.

Bis zum Beginn der Bohrungen muss Shell nun noch Genehmigungen von mehreren weiteren Stellen einholen, die Erlaubnis der US-Regierung galt jedoch als größte Hürde.

Obamas Regierung hatte bereits 2012 ihre Zustimmung erteilt. Nach einer Pannenserie zog das Innenministerium die Erlaubnis jedoch bald darauf wieder zurück, Shell stoppte seine Bohrungen bis auf Weiteres.

syd/dpa/AP
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