Konjunkturdämpfer US-Wirtschaft wächst deutlich schwächer als erwartet

Schwache Investitionen bremsen das Wachstum in den USA: Die Wirtschaft legte im Frühling um 1,2 Prozent zu - deutlich weniger als erwartet.

Ford-Arbeiter in Louisville, Kentucky (Archivfoto)
REUTERS

Ford-Arbeiter in Louisville, Kentucky (Archivfoto)


Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlich weniger gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet um 1,2 Prozent zugelegt, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Bankvolkswirte hatten mit einer Zunahme um 2,5 Prozent gerechnet. Im Vorquartal hatte das Wachstum bei revidierten 0,8 Prozent gelegen. In einer ersten Schätzung war noch ein Anstieg von 1,1 Prozent für das erste Jahresviertel ermittelt worden.

Die relativ schwachen Daten setzten dem Dollar zu. Der Eurokurs legte nach den Zahlen deutlich zu und stieg bis auf 1,1168 US-Dollar. Vor den Daten hatte er noch bei 1,11 Dollar notiert. Die US-Anleihen gingen mit leichten Kursgewinnen in den Handel. Am Aktienmarkt gab der deutsche Leitindex Dax vorherige Gewinne teilweise wieder ab.

Investitionen gingen im zweiten Quartal um 2,2 Prozent zurück und bremsten so das Wachstum. Die Verbraucher erwiesen sich hingegen als Stütze der Konjunktur: Der Konsum legte mit 4,2 Prozent stärker zu als im ersten Quartal.

Die US-Notenbank Fed dürfte sich mit ihrer zögerlichen Politik bestätigt sehen. Trotz zuletzt robuster US-Arbeitsmarktdaten hatte die Fed auch zuletzt keine klaren Signale für eine baldige Leitzinserhöhung gegeben. Seit der Erhöhung im Dezember 2015 liegt der Leitzins in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf eine Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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schlauchschelle 29.07.2016
1. Was machen wir,
wenn das Wachstum eines Tages stagniert, weil Sättigungen erfolgt sind, die Ressourcen nicht mehr reichen, die Bevölkerung sich nichts mehr leisten kann? Springen wir dann alle kollektiv von der Brücke? Es wird Zeit, dass der Mensch sich nachhaltige Modelle der Wirtschaft aufbaut. Billig-ex-hopp-immer mehr und neu-wegwerfen ist nicht mehr lange drin.
zeisig 29.07.2016
2. Immer diese Erwartung !
Wer setzt eigentlich fest, was "erwartet wird" ? Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich so etwas lese. Dabei weiß doch jedes Kind, was Prognosen heutzutage wert sind: Null komma Null. Also braucht man auch nicht enttäuscht sein, wenn es "nur" so bleibt wie es ist.
aurifizz 29.07.2016
3. super
die Börse ist im Rausch , S&P steigt, die1% beglückwünschen sich. LaLa Land für alle
brucewillisdoesit 29.07.2016
4.
Zitat von schlauchschellewenn das Wachstum eines Tages stagniert, weil Sättigungen erfolgt sind, die Ressourcen nicht mehr reichen, die Bevölkerung sich nichts mehr leisten kann? Springen wir dann alle kollektiv von der Brücke? Es wird Zeit, dass der Mensch sich nachhaltige Modelle der Wirtschaft aufbaut. Billig-ex-hopp-immer mehr und neu-wegwerfen ist nicht mehr lange drin.
Da spricht ja der Fachmann .... Der Blödsinn wird dadurch nicht richtiger, daß man ihn kontinuirlich wiederholt, denn das gilt NUR wenn man AUSSCHLIEßLICH tangible goods betrachtet und auch nur dann wenn man annnimmt, das Umsatzwachstum AUSSCHLIEßLICH durch Steigerung des Volumens erzielt werden kann und ferner annimmt, daß es im Laufer der Zeit nicht zu effektiverer Produktion und damit geringerem Rohstoffverbrauch pro gefertigtem Teil kommt. In der Realität haben wir aber a) ja nach Land schon ca. 1 bis 10% Umsatzzuwachs aufgrund der Inflation (BIP Zahlen sind i.A. nicht bereinigt), b) kann Wachstum selbst bei sinkenden Umsatzzahlen durch höhere Preise erzeugt werden, z.B. aufgrund höherer Qualität und Innovationen, c) befindet sich ein zunehmender Teil der weltweiten Industrie im Begriff der Digitalisierung und der Anteil der intangible goods am Gesamtumsatz nimmt kontinuirlich zu. Hiervon können sie aber (zumindest praktisch) beliebig viel produzieren ohne zusätzliche Resourcen zu verbrauchen. Zu guter letzt: die Erde kann man zumindest in erster Linie als geschlossenes System betrachten, d.h. Rohstoffe gehen grundsätzlich gehen niemals verloren (sehen wir von Helium und radioaktivem Material einmal ab) sondern können jederzeit unter Energieaufwendung wiedergewonnen werden. Das wird möglicherweise etwas teurer, als die Gewinnung über leicht abbaubare Lagerstätten, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tatsache. Alles was vorher auf der Erde da war, ist auch nachher grundsätzlich noch da, wenn eventuell auch in verdünnter oder modifizierter Form.
geotie 30.07.2016
5.
Zitat von schlauchschellewenn das Wachstum eines Tages stagniert, weil Sättigungen erfolgt sind, die Ressourcen nicht mehr reichen, die Bevölkerung sich nichts mehr leisten kann? Springen wir dann alle kollektiv von der Brücke? Es wird Zeit, dass der Mensch sich nachhaltige Modelle der Wirtschaft aufbaut. Billig-ex-hopp-immer mehr und neu-wegwerfen ist nicht mehr lange drin.
Dann sollte man die verbleibende Arbeitszeit auf alle arbeitswillige Menschen verteilen. Dann ist jeder von der Geldainbuße betroffen. Irgendwann geht alles mal kaputt und die Arbeitszeit steigt. Aber leider wird wie so oft auf die Wirtschaft gehört, die auf Arbeitszeitverlängerung und Lohnkürzungen besteht.
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