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Pleiteflieger

Utz Claassen will für Air Berlin bieten

Im Bieterwettstreit um Air Berlin ist ein neuer Interessent aufgetaucht: Der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen will die insolvente Fluglinie nach SPIEGEL-Informationen kaufen.

Von und

DPA

Utz Claassen (Archivbild)

Freitag, 01.09.2017   15:05 Uhr

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In das Geschacher um die Pleite-Fluggesellschaft Air Berlin kommt Bewegung. Nach der Absage von Ryanair-Chef Michael O'Leary und dem Nürnberger Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl sah es zunächst so aus, als würden die Aussichten zu einer Komplettübernahme der Airline gegen null gehen. Doch nun hat sich nach SPIEGEL-Informationen ein neuer Interessent gemeldet, der Air Berlin womöglich komplett kaufen und sanieren will: der Multi-Investor- und -Unternehmer Utz Claassen.

Der Manager genießt in Industriekreisen nicht gerade den besten Ruf, seit er wegen angeblich zu hoher Übergangs- und Antrittsgelder beim baden-württembergischen Energieversorger EnBW oder dem inzwischen ebenfalls insolventen Technologieunternehmen Solar Millennium in die öffentliche Diskussion geriet. Doch bei Air Berlin könnte er nun als Gutmensch und Retter fungieren, vorausgesetzt, er gibt ein konkretes Angebot ab und bekommt den Zuschlag. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Wie Claassen in einem Schreiben an den Sachwalter Lucas Flöther versichert, will er "einen möglichst großen Anteil der Arbeitsplätze...gewährleisten". Dazu habe er "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" kontaktiert, mit denen er "freundschaftlich verbunden" sei.

Will Claassen zum Zug kommen, muss er sich allerdings beeilen. Nach Auskunft des Air-Berlin-Generalbevollmächtigten Frank Kebekus werden nur solche Offerten berücksichtigt, die bis zum 15. September eingehen. Wer sich durchsetzt, soll der Gläubigerausschuss knapp eine Woche später, am 21. September, entscheiden.

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