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10. Oktober 2008, 11:57 Uhr

Venezuelas Präsident

Chávez schließt McDonald's-Filialen

Kein Fast-Food-Fan: Venezuelas Präsident, Hugo Chávez, hat alle McDonald's-Restaurants in seinem Land geschlossen. Für 48 Stunden bleiben sämtliche 115 Filialen der Imbisskette versperrt. Damit verfolgt er weiter seine harte Linie gegen US-Unternehmen.

Hamburg - Keine Burger für Venezolaner: Auf Geheiß ihres Präsidenten Hugo Chávez bleiben die McDonald's-Filialen bis Samstag versperrt. Die venezolanischen Steuerbehörden haben alle Restaurants des US-Fast-Food-Unternehmens für 48 Stunden schließen lassen. Damit solle die Kette für Unregelmäßigkeiten in der Begleichung von Steuern bestraft werden, teilte die Chávez-Regierung am Donnerstag mit.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez: Keine Burger für das Volk
REUTERS

Venezuelas Präsident Hugo Chávez: Keine Burger für das Volk

McDonald's unterhält in Venezuela 115 Filialen - 95 davon in der Hauptstadt Caracas. Chávez ist als glühender Gegner des US-Kapitalismus bekannt und hat bereits zuvor ausländische Unternehmen unter dem Vorwurf der Steuervergehen schließen lassen. Zudem hat er die venezolanischen Töchter großer US-Ölunternehmen verstaatlichen lassen.

Auch die Verstaatlichung von Banken hat Chávez bereits früh vorangetrieben. Der venezolanische Staat nennt heute mehrere große Kreditinstitute sein Eigen. 2007 hatte der erklärte Gegner des liberalen Freihandels zudem bereits die größte Telefongesellschaft und den bedeutendsten Stromversorgers des Landes verstaatlichen lassen.

In diesem Jahr ging die Einkaufstour aus der Staatsschatulle dann weiter: Zunächst wurde der Aluminiumhersteller Sidor nationalisiert, danach drei ausländische Zementunternehmen.

cht/AFP/Reuters

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