Ver.di-Chef Bsirske fordert Müllmann-Gehalt für Erzieher

Ver.di-Chef Bsirske legt im Tarifstreit bei den Kindertagesstätten nach: Für die Beschäftigten fordert er deutliche Einkommenszuwächse. Ein Ende des Kita-Streiks ist nicht abzusehen. Die Gewerkschaft warnte die Arbeitgeberseite vor einer Eskalation des Konflikts.

Berlin - Im Tarifkonflikt der Erzieher stehen weitere Gespräche an, pünktlich zum Auftakt des Treffens fordert Ver.di-Chef Frank Bsirske jetzt mehr Geld für die Beschäftigten in Kindertagesstätten. "Es geht um die Frage, wie attraktiv der Erzieherberuf künftig sein wird", sagte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft den "Ruhr Nachrichten".

Erzieherinnen dürften nicht schlechter bezahlt werden als Müllmänner, erklärte der Gewerkschafter. Monatlich müssten die Beschäftigten je nach Gehaltsstufe 200 bis 1000 Euro mehr erhalten. Zudem forderte Bsirske dringend Verbesserungen im Gesundheitsschutz der Erzieherinnen. Wegen der hohen Belastung seien nur fünf Prozent der Beschäftigten der Meinung, unter den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen gesund das Rentenalter erreichen zu können.

Ver.di möchte einen eigenen Tarifvertrag zum besseren Schutz der Beschäftigten durchsetzen. "Da geht es um Lärmdämmung, um besseres Mobiliar oder um Gruppengrößen, Personalschlüssel und Vertretungspools", sagte Bsirske.

Neue Verhandlungsrunde

Die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern werden am Mittwochvormittag in Berlin aufgenommen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte am Dienstagabend Tarifverhandlungen angeboten, gleichzeitig aber ein sofortiges Ende der Streiks in kommunalen Kindertagesstätten und in weiteren Einrichtungen verlangt.

Die Streiks gehen ungeachtet der Verhandlungen weiter. Am Dienstag hatten sich bundesweit mehr als 25.000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter daran beteiligt - die höchste Zahl in der aktuellen Streikwelle.

Auch am Mittwochmorgen blieben viele Kindertagesstätten geschlossen. Betroffen waren unter anderem die Städte München, Frankfurt, Kassel, Mainz und Worms. Bayerns Ver.di-Sprecher Heinrich Birner warnte: "Wenn die Arbeitgeber weiter mauern, besteht die Gefahr, dass der Tarifkonflikt noch sehr lange dauert und weiter eskaliert."

suc/dpa/dpa-AFX
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