Gescheiterte Tarifverhandlungen Bei Versicherungen wird gestreikt

Ver.di will die Versicherungsbranche bestreiken. Nachdem auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen gescheitert ist, soll es zu Warnstreiks an 17 Standorten kommen.

Ver.di-Warnstreik
DPA

Ver.di-Warnstreik


In der Versicherungsbranche kommt es am Montag zu Warnstreiks. Die Gewerkschaft Ver.di hat zu einem deutschlandweiten Streiktag aufgerufen. Zuvor waren die Tarifverhandlungen für die 170.000 Mitarbeiter im Innendienst in der dritten Runde gescheitert.

Die Arbeitgeber hatten Anfang Juni Gehaltserhöhungen von 3,3 Prozent angeboten, die in zwei Schritten über 36 Monate erfolgen sollten - umgerechnet also 1,1 Prozent pro Jahr. Ver.di fordert 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und will einen Zukunftstarifvertrag erreichen, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2020 ausschließt und flexiblere Arbeitszeiten ermöglicht. Die Gewerkschaft befürchtet, dass sich durch die Digitalisierung der Arbeitsplatzabbau beschleunigen wird.

"Mit einem Gehaltsangebot unterhalb der Teuerungsrate und einer Verweigerung, Regelungen zu einem Zukunftstarifvertrag 'Digitalisierung' zu vereinbaren, verweigern die Arbeitgeber den Versicherungsbeschäftigten jeglichen Respekt", sagte Frank Hawel vom Ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg.

Insgesamt soll an 17 Standorten gestreikt werden, darunter in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln und München. In Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim erwartet die Gewerkschaft 1500 Streikteilnehmer. Bei den Versicherern ist allerdings nur ein Bruchteil der Belegschaft gewerkschaftlich organisiert.

asa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Lagrange 16.06.2017
1.
Warum gehen die Gewerkschaften eigentlich immer mit so unrealistischen Forderungen in sollche Verhandlungen? Warum bieten die AG-Verbände eigentlich immer eine so unrealistische Gehaltserhöhung an? Ist doch jetzt schon klar was passiert: 4,5% auf 24 Monate. Ich jedenfalls verhandel mein Gehalt lieber selbst. Bin aber auch aufgrund meiner Ausbildung auch in der Lage Forderungen zu stellen. Das mag bei Call-Center-Miarbeitern anders sein
lostcontinent 16.06.2017
2. Also bei uns in der Firma
Gibt es de facto keine Gehaltserhöhungen mehr. Ich werde zwar AT bezahlt und bin nicht in der Gewerkschaft, werde aber trotzdem streiken. JedesJahr werden in der Branche Milliardengewinne gemacht - bei den nicht leitenden MA kommt aber kaum was an...dagegen legen Leitende überdurschnittlich zu
yvowald@freenet.de 16.06.2017
3. Sich an den Erhöhungen für die Leitenden Angestellten orientieren
Zitat von lostcontinentGibt es de facto keine Gehaltserhöhungen mehr. Ich werde zwar AT bezahlt und bin nicht in der Gewerkschaft, werde aber trotzdem streiken. JedesJahr werden in der Branche Milliardengewinne gemacht - bei den nicht leitenden MA kommt aber kaum was an...dagegen legen Leitende überdurschnittlich zu
Das ist genau der Punkt. Warum orientieren sich die Betriebsräte und deren Gewerkschaften nicht ganz einfach an den Erhöhungen der Leitenden Mitarbeiter in den Vorständen? Die lassen sich von ihren Aufsichtsräten, mit denen sie unter einer Decke stecken, Vergütungsanhebungen von 20 Prozent und mehr "genehmigen". Warum haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht den Mut, ebenfalls Anhebungen der Löhne und Gehälter um 20 Prozent zu fordern?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.