Verbraucher Seehofer will Häuslebauer schützen

Immer mehr Banken verkaufen ihre Immobilienkredite an Finanzinvestoren - die dann Hausbesitzer unter Druck setzen. Durch ein Bündel von Gesetzesverschärfungen will Verbraucherschutzminister Seehofer diesen Handel jetzt einschränken.

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Hamburg - Der CSU-Mann will nach Informationen des SPIEGEL die Banken dazu verpflichten, auch solche Kredite anzubieten, bei denen ein späterer Verkauf an Finanzinvestoren ausgeschlossen ist. Außerdem sollen Kreditinstitute gezwungen werden, den Handel von Forderungen offenzulegen. "Es kann nicht sein, dass Familien Kredite für das Eigenheim wegen der kurzfristigen Gewinninteressen von Finanzinvestoren verlieren", sagt Verbraucherschutzminister Horst Seehofer. Deswegen will der Minister auch die Rechte von Schuldnern stärken.

Bislang können Grundstückdarlehen schon dann gekündigt werden, wenn eine Rate nicht bezahlt wurde oder wenn der Gläubiger zu dem Ergebnis kommt, dass der Wert einer Immobilie zu hoch eingestuft wurde. Beides will Seehofer ändern und hat dafür von seinen Beamten ein sechsseitiges Eckpunktepapier erarbeiten lassen. Die deutschen Verbraucherschutzverbände beklagen schon lange, dass inzwischen sogar Sparkassen dazu übergegangen seien, Kreditverträge an Investoren zu verkaufen, um die Bilanzen zu schönen.



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