Verbraucherschutz Deutsche verlieren Milliarden durch miese Finanzberatung

Anleger ohne Ahnung: Die Deutschen verlieren laut einer Studie im Auftrag von Verbraucherministerin Aigner pro Jahr bis zu 30 Milliarden Euro durch schlechte Finanzberatung. Viele Betroffene verstehen die Produkte nicht. Die CSU-Politikerin will die Branche nun an die Kandare nehmen.


Berlin - Die Deutschen werden von vielen Finanzberatern offenbar nicht gut betreut: Eine Studie der Hamburger Beratungsfirma Evers & Jung kommt zu dem Schluss, dass Verbraucher bei der Finanzberatung in Deutschland eine schlechte Ausgangsposition haben. "Dem Vermittler steht der typische Verbraucher mit einem unzureichenden finanziellen Bildungsstand gegenüber", heißt es darin. Die Untersuchung hatte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) in Auftrag gegeben.

Aigner: "Strengere Auflagen"
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Aigner: "Strengere Auflagen"

Der Studie zufolge können die meisten Verbraucher den Nutzen einer finanziellen Entscheidung kaum erfassen oder gar bewerten. Mitunter herrsche der Wunsch, dem Berater die Entscheidung zu überlassen, so die Experten. Das ist jedoch keine kluge Entscheidung: Die Bundesbürger verlieren pro Jahr 20 bis 30 Milliarden Euro durch schlechte Finanzberatung, lautet das Ergebnis der Studie.

In Deutschland gibt es der Untersuchung zufolge viel mehr Finanzvermittler als in anderen EU-Ländern: Bundesweit kommen sechs Vermittler auf 1000 Einwohner, während es in Großbritannien 2,7 und in den Niederlanden 2 sind.

Aigner fordert nun strengere Auflagen für Finanzberater. "Im Vordergrund sollte nicht die Provision stehen, sondern die korrekte Beratung", sagte Aigner. "Eine Finanzberatung, bei der nicht zwingend ein Produkt verkauft werden muss, sollte unterstützt werden. Ich bin auch dafür, dass die Verjährungsfrist bei einer Haftung von drei auf zehn Jahre verlängert werden sollte."

Die Verbraucherministerin will außerdem die Beweislast bei negativen Konsequenzen einer Beratung zugunsten der Verbraucher umkehren. "Die Kernbotschaft müsste sein, dass die Verbraucher einen Nachweis haben, was der Berater gesagt hat", sagte Aigner. Sie plant eine Beschwerde-Hotline für Verbraucher, die sich nach schlechten Erfahrungen dorthin wenden können. "Durch die Finanzmarktkrise ist das Vertrauen der Verbraucher eminent in den Keller gegangen."

cvk/dpa/dpa-AFX



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