Verdacht auf Insiderhandel BaFin zeigt Freenet-Chef an

Für Freenet-Chef Spoerr wird es eng. Nach über einjährigen Untersuchungen hat die Börsenaufsicht BaFin Anzeige gegen den Jung-Manager wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingereicht. Spoerr hatte 2004 kurz vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen große Aktienpakete verkauft.


Hamburg /Bonn - Eckhard Spoerr liebt Bungee-Jumping, joggt morgens vor der Arbeit durch Hamburgs Duvenstedter Brook und entspricht auch sonst ganz dem Bild des jungen, erfolgsverwöhnten Managers. Er wird in der Presse als "Shootingstar" gefeiert und sein Jahresgehalt lag letztes Jahr mit über drei Millionen Euro angeblich sogar über dem von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Doch jetzt könnte es ungemütlich werden für den 38-Jährigen. Die Börsenaufsicht BaFin hat Anzeige wegen Insiderhandels gegen Spoerr und weitere Verdächtige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingereicht. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Freenet-Chef Spoerr: Weist alle Vorwürfe von sich
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Freenet-Chef Spoerr: Weist alle Vorwürfe von sich

Schon seit September 2004 prüften die Börsenaufseher Auffälligkeiten im Handel mit Freenet-Anteilen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen der Gesellschaft am 9. August. In den vorangegangenen drei Wochen hatten Spoerr und Freenet-Finanzvorstand Axel Krieger insgesamt über 100.000 Aktien der mobilcom-Tochter im Wert von mehr als 1,77 Millionen Euro versilbert und damit den Kurs nach Angaben von Händlern massiv unter Druck gesetzt.

Der Verkauf sei vollkommen regulär verlaufen, verteidigte Spoerr - der inzwischen auch mobilcom-Chef ist - sein Vorgehen nun erneut. "Die Anteilscheine stammten aus einem Aktienoptions-Programm." Bisher sei das Unternehmen auch noch nicht über die Anzeige der BaFin informiert worden.

ase/dpa-AFX


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