Verdacht auf Preisdruck Kartellamt durchsucht Edeka-Zentrale

Das Unternehmen ist auf Expansionskurs - doch die Mittel sollen fragwürdig sein: Das Bundeskartellamt hat die Zentrale des Edeka-Konzerns in Hamburg durchsucht. Der Supermarktriese steht im Verdacht, von seinen Lieferanten unrechtmäßige Rabatte verlangt zu haben.

Hamburg - Es sind sogenannte Hochzeitsrabatte, die die Behörde auf den Plan gerufen haben: Das Bundeskartellamt hat am Mittwoch die Edeka-Zentrale in Hamburg durchsucht. Es bestehe der Verdacht, dass Edeka seine Nachfragemacht im Lebensmitteleinzelhandel gegenüber den Lieferanten ausgenutzt habe, teilte die Behörde mit.

Kundin mit Edeka-Tüte: Konzern soll Übernahmerabatte gefordert haben

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Foto: DPA

Der Supermarktriese soll im Zuge der Fusion mit Tengelmann von seinen Lieferanten rückwirkend Preisnachlässe gefordert haben. Edeka - der größte deutsche Einzelhändler - hatte vom Rivalen Tengelmann einen Großteil der deutschen Plus-Märkte übernommen. Ohne sachlich gerechtfertigen Grund seien Lieferanten im Anschluss an die Übernahme aufgefordert worden, Vorteile zu gewähren.

Bei Edeka selbst hielt man sich erst mal bedeckt: "Ich kann bestätigen, dass das Bundeskartellamt hier im Haus ist", sagte ein Sprecher. "Aber ich kann nicht sagen in welcher Weise. Wir werden das Bundeskartellamt auf jeden Fall in seiner Arbeit unterstützen."

Edeka selbst hatte am Mittwoch noch erklärt, seinen Expansionskurs ungeachtet der Wirtschaftskrise fortsetzen zu wollen. Bis 2011 werde die genossenschaftliche Gruppe 1450 neue Märkte eröffnen, kündigte Markus Mosa, der Vorstandschef der Edeka-Zentrale, an. Davon entfallen 850 Märkte auf die Discount-Schiene Netto und 600 auf Edeka. Der bisherige Verlauf des Jahres zeige, dass die Umsätze in allen Bereichen der Gruppe gestiegen seien, auch auf vergleichbarer Fläche. Die Preise für Lebensmittel werden nach Mosas Einschätzung weiter fallen.

sam/Reuters/AP
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