Verdacht auf Steuerhinterziehung Durchsuchung bei McKinsey in Paris

Hat McKinsey in Frankreich jahrelang keine Steuern gezahlt? Steuerfahnder haben Büros des Beraterkonzerns durchsucht. Präsident Macron steht schon länger in der Kritik wegen enger Verbindungen zu der Firma.
Durchsuchung bei McKinsey in Paris

Durchsuchung bei McKinsey in Paris

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Michel Spingler / AP

Die französische Finanzstaatsanwaltschaft hat am Dienstag das Pariser Büro der Unternehmensberatung McKinsey durchsucht. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe um den Verdacht der Steuerhinterziehung. Die Nachrichtenagentur AP veröffentlichte zudem ein Foto der Durchsuchung. »Das Unternehmen kooperiert wie immer uneingeschränkt mit den Behörden«, teilte McKinsey in einer Erklärung laut Reuters mit.

Einem französischen Senatsbericht von Mitte März zufolge soll McKinsey über mindestens zehn Jahre hinweg in Frankreich keinerlei Steuern gezahlt haben. Daraufhin wurden Vorermittlungen gegen das Unternehmen eingeleitet.

Die Firma beteuerte, sich an die Gesetze gehalten zu haben. Der französische Unternehmenszweig habe in den Jahren von 2011 bis 2020 422 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben gezahlt.

Beraterausgaben unter Macron gestiegen

Der Fall hatte vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich für Aufregung gesorgt, weil die staatlichen Ausgaben für externe Beratung in der ersten Amtszeit Macrons deutlich gestiegen sind. Frühere oder gegenwärtige McKinsey-Manager gehören zum Umfeld des französischen Präsidenten .

Dem Bericht des Senats zufolge ist die Beauftragung von Beratern inzwischen zur Regel geworden. Die Ausgaben französischer Ministerien hätten sich von 379 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 894 Millionen Euro im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.

sol/AFX/Reuters