Verdacht Unsaubere Geschäfte bei T-Online

Vier T-Online-Manager sollen angeblich einer Veranstaltungsagentur Aufträge ihres Konzerns zugeschachert haben. Das Prekäre ist nur, dass die vier an der Agentur beteiligt sein sollen.


Bonn - Die Deutsche Telekom prüft nach eigenen Angaben derzeit, ob die Führungskräfte ihrer Internettochter T-Online möglicherweise eine unerlaubte Nebentätigkeit ausgeübt haben. Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte, man verfolge dementsprechende Hinweise aus der Öffentlichkeit. Falls sich der Verdacht erhärten sollte, werde man "notfalls die gebotenen Schritte ergreifen" und personelle Konsequenzen ziehen. Weitere Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Nach Informationen des Branchendienstes "Kress" sind die vier verdächtigten Manager Kommanditisten einer GmbH & Co. KG in Nürnberg. Diese Firma ist wiederum zu 40 Prozent an der Veranstaltungsagentur NetEvent beteiligt. Die restlichen 60 Prozent soll der Geschäftsführer der Agentur, Peter Nader, halten. Der Chef der NetEvent ist der Bruder von Klaus Nader, der bei T-Online das Shopping-Portal leitete. Ihm wurde bereits im September gekündigt.

Zwischen T-Online und NetEvent bestehe ein Sponsoring-Vertrag, berichtet "Kress-Report". T-Online unterstützt demnach im Wert von fünf bis sechs Millionen Mark die kommenden drei ATP-Tennisturniere. Insgesamt soll die Vertragssumme sogar 60 Millionen Mark betragen. Branchenexperten schätzen unter Berücksichtigung des Umsatzes von T-Online die Summe als "außergewöhnlich hoch" für ein Co-Sponsoring ein.



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