Vergiftete Babynahrung 650 Anrufe wegen Erpresser bei Polizei eingegangen

Ein Unbekannter hat Handelskonzerne mit vergifteten Lebensmitteln erpresst. Die Behörden haben ein Fahndungsfoto veröffentlicht - nun sind die ersten Hinweise eingegangen.

Fahndungsfoto der Polizei
Polizeipräsidium Konstanz / dpa

Fahndungsfoto der Polizei


Nach dem Fund vergifteter Lebensmittel am Bodensee haben sich bisher mehr als 650 Anrufer bei der Polizei gemeldet. Das sagte ein Polizeisprecher in Konstanz Nachrichtenagentur dpa.

Ein Unbekannter hat mit der Vergiftung von Lebensmitteln in deutschen Supermärkten und Drogerien gedroht, um von den Handelskonzernen eine zweistellige Millionensumme zu erpressen. Die Polizei hat Bilder veröffentlicht, die den dringend Tatverdächtigen zeigen.

Er ist laut den Behörden etwa 50 Jahre alt, männlich, schlank, mittelgroß, hat ein schmales Gesicht und trägt eine weißgraue Mütze sowie schwarze Sportschuhe mit auffällig weißem Rand. Der Mann habe "eventuell zur Tarnung" eine Brille getragen.

Seit der Veröffentlichung des Fotos hatten sich besorgte Anrufer über den Sachstand informiert, sagte ein Polizeisprecher. Es seien aber auch etliche konkrete Hinweise eingegangen. "Die Auswertung der Anrufe läuft fortwährend, die Kollegen prüfen Hinweise rund um die Uhr."

Laut Staatsanwaltschaft wurden bereits vergangene Woche in Friedrichshafen fünf Lebensmittelprodukte vergiftet, darunter Babynahrung. Die ausgelegten manipulierten Produkte wurden laut Polizei allesamt sichergestellt. Der oder die Täter hätten aber die weitere Ausbringung von vergifteten Lebensmitteln angedroht.

Die Ermittler baten Kunden, beim Kauf von Produkten auf mögliche Manipulationen an den Verpackungen zu achten. Es bestehe aber "kein Anlass zu Panik und Hysterie".

asa/dpa

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