Vergleich Die teuersten Städte der Welt

Wer sein Brot in Tokio kauft, ist selbst schuld - für das gleiche Geld bekommt er in Teheran fast 30 Brote. Eine neue Studie hat die teuersten und billigsten Metropolen der Welt ermittelt.


EU-Spitzenreiter London: 2,30 Mark für einen Liter Benzin
AP

EU-Spitzenreiter London: 2,30 Mark für einen Liter Benzin

London - Von einem Posten im Ausland träumen viele Firmenmitarbeiter - und vergessen dabei oft, dass sie sich in manchen Städten selbst mit einem nach hiesigen Maßstäben soliden Gehalt am Rande des Existenzminimums bewegen. Damit Firmenchefs und Angestellte von solchen Überraschungen verschont bleiben, vergleicht das britische Wirtschaftsmagazin "The Economist" alle zwei Jahre die Lebenshaltungskosten für Ausländer in 133 Städten der Welt. Als Referenz dient die teuerste Stadt der USA: New York.

Im Vergleich zur Ostküsten-Metropole ist das Leben in den europäischen Großstädten billiger geworden, zeigt die am Donnerstag veröffentlichte neueste Untersuchung. So sank etwa Paris dank des schwachen Euro vom achten Platz auf den 26. Platz der Weltrangliste. London dagegen rangiert der Studie zufolge auf Platz acht und ist damit die teuerste Stadt in der Europäischen Union. Noch kostspieliger lebt es sich in Belgrad: Auf Grund der EU-Sanktionen ist die jugoslawische Hauptstadt vom 86. Platz zur drittteuersten Metropole der Welt und teuersten Stadt auf dem europäischen Kontinent avanciert.

Auch die amerikanischen Städte sind in der Kostenskala nach oben geklettert: Seattle überholte im Jahr 2000 Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, San Francisco überflügelte Wien in den Lebenshaltungskosten. New York stieg vom 14. Platz auf den siebten Rang, und auch Atlanta, die billigste Stadt in den USA, kletterte um acht Plätze auf Rang 63.

Teures Pflaster: Japans Hauptstadt Tokio
AFP

Teures Pflaster: Japans Hauptstadt Tokio

Wie in den Jahren zuvor belegen die Städte Asiens sowohl die Spitze als auch das Ende der Rangliste. Fünf der zehn teuersten Städte der Welt, aber auch vier der zehn preiswertesten Städte befänden sich in Asien, fand das Wirtschaftsmagazin heraus. Die für Ausländer teuersten Städte der Welt sind nach wie vor Japans Metropolen Tokio und Osaka. Die billigste asiatische Stadt ist die indische Hauptstadt Neu-Delhi, wo die Lebenshaltungskosten nur ein Viertel der für Tokio errechneten Werte ausmachen.

Die billigste Stadt der Welt ist der Studie zufolge Teheran. Im Vergleich zu New York machen die Lebenshaltungskosten in der iranischen Hauptstadt nicht einmal ein Drittel aus. Als Preis für einen in Teheran gekauften Laib Brot veranschlagte das Blatt umgerechnet 37 Pfennig. Das gleiche Brot geht in Tokio für knapp elf Mark über die Ladentheke. Ein Liter Benzin schlägt in Teheran mit vier Pfennig zu Buche. Für dieselbe Menge Treibstoff bezahlt ein Autofahrer in London etwa 2,30 Mark.



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