Verkaufsaktion Lehman bietet milliardenschweres Immobilien-Paket an

Die angeschlagene US-Bank Lehman Brothers verscherbelt ihr Tafelsilber. Einem Zeitungsbericht zufolge will das Traditionshaus Immobilien im Wert von 40 Milliarden US-Dollar verkaufen. Die Erlöse sollen die Löcher in der Bilanz stopfen.


London/Düsseldorf - Noch sind erst grobe Umrisse der Verkaufsaktion bekannt. Lehman Brothers Chart zeigen wolle die Immobilien entweder in einem Paket oder in Teilen abstoßen, berichtet die "Financial Times" am Wochenende unter Berufung auf an den Verhandlungen beteiligte Personen. Allerdings Klaffe eine Lücke zwischen den Preisvorstellungen der Investmentbank und denjenigen der potenziellen Käufer.

Die Initiative ist auch als Indiz dafür zu werten, dass sich ein Ende der Finanzkrise noch immer nicht abzeichnet. Davon geht auch der Co-Präsident der US-Investmentbank Morgan Stanley Chart zeigen, Walid Chammah, aus. Die Krise werde wahrscheinlich erst "zwischen dem nächsten Jahr und 2010" beendet sein, sagte er dem "Handelsblatt" zufolge. Stattdessen erwartet er weitere Bankenzusammenbrüche: "Wir werden wohl mehr Pleiten von kleinen US-Regionalbanken sehen, die sich auf das Hypothekengeschäft konzentriert haben."

Chammah schätzt, dass Renditen von 25 Prozent erst einmal der Vergangenheit angehören. "Ich rechne in der Branche in der Regel eher mit Renditen von 15 bis 25 Prozent." Die weltweite Führungsrolle der großen US-Banken sei allerdings auch nach der Finanzkrise nicht gefährdet. Die Reichweite der US-Banken sei sowohl nach Regionen als auch Produkten weltweit immer noch herausragend, wird Chammah zitiert. Die asiatischen Banken hätten noch nicht die Fähigkeiten, um Bankengeschäfte auf höchstem Niveau anzubieten.

mik/AP



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