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04. Februar 2000, 17:27 Uhr

Verkehrsminister Klimmt

Transrapid zum Flughafen

Für Reinhard Klimmt ist der Transrapid eine "faszinierende Technologie". Unmittelbar vor dem Spitzengespräch über die Zukunft der Magnetschwebebahn am Samstag hat sich der Bundesverkehrsminister dafür ausgesprochen, den schnellen Gleiter Zubringerdienste leisten zu lassen.

Will mit dem Transrapid zum Flughafen: Verkehrsminister Reinhard Klimmt
DPA

Will mit dem Transrapid zum Flughafen: Verkehrsminister Reinhard Klimmt

Köln - Bei dem Spitzentreffen gehe es darum, festzustellen, ob die Deutsche Bahn den Transrapid auf der Strecke Berlin-Hamburg betriebswirtschaftlich sinnvoll betreiben könne, so Klimmt. Wenn nicht, müsse nach anderen Trassen gesucht werden, sagte er dem Saarländischen Rundfunk. Möglich seien die Verbindungen der Flughäfen von München und Berlin mit den Innenstädten. Ähnliches sei auch für die Ballungsräume in Nordrhein-Westfalen vorstellbar.

Bärbel Sothmann von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nannte den jahrelangen Streit um die Realisierung der Magnetschwebebahn einen Skandal. Die Referenzstrecke für den Transrapid von Hamburg nach Berlin müsse wie geplant gebaut werden, "sonst verspielen wir unseren weltweiten Entwicklungsvorsprung in der Technologie und damit unsere Exportchancen".

Die Grünen erwarten nach den Worten ihres verkehrspolitischen Sprechers Albert Schmidt "ein endgültiges Aus" für den Transrapid. Der FDP-Verkehrsexperte im Bundestag, Horst Friedrich, äußerte die Vermutung, dass bei dem Spitzengespräch "nur noch ausgeguckt wird, wer die Botschaft überbringen soll",

Unterstützt wird der Transrapid nach wie vor von der Wirtschaft. Am Donnerstag hatten sich zehn deutsche und niederländische Industrie- und Handelskammern für den Bau einer Transrapid-Verbindung zwischen Amsterdam und Berlin über Oldenburg und Bremen ausgesprochen.

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