Zur Ausgabe
Artikel 28 / 69

Verläßt Shell Italien?

aus DER SPIEGEL 48/1973

Der staatliche italienische Erdölkonzern Eni will die drei Raffinerien und über 4000 Tankstellen der italienischen Shell-Tochter für 450 Milliarden Lire (etwa zwei Milliarden Mark) übernehmen. Shell Italiana scheint zur Aufgabe des italienischen Marktes bereit, weil die Firma dort zuletzt große Verluste verbuchte (Defizit 1972: 47 Millionen Mark) und weil erwartet wird, daß bei einer Verschärfung der Ölkrise die Privatkonzerne künftig einen schweren Stand gegen die Eni haben werden. Allerdings will der Staatskonzern Eni das Shell-Netz nur kaufen, wenn er die notwendigen zehn Millionen Tonnen Rohöl jährlich erhält, um die zusätzlichen Tankstellen und Raffinerien zu beliefern. Nach einer Meldung des New Yorker Fachblattes »Petroleum Intelligence Weekly« ist diese Frage nun geklärt: Persien, schreibt das Blatt, habe mit Eni einen entsprechenden Liefervertrag abgeschlossen. Nach der British Petroleum, die im Mai dieses Jahres ihren italienischen Besitz aufgegeben hatte, wäre Shell der zweite internationale Ölkonzern, der Italien verläßt.

Mehr lesen über

Zur Ausgabe
Artikel 28 / 69
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.