Verlagsmonopoly Burda schluckt die "Milchstraße"

Schon seit Jahren hatte der Münchner Burda-Verlag enge Beziehungen zur kleineren Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße, die Magazine wie "Max", "Cinema" und "TV Spielfilm" herausgibt. Nun hat der größere Verlag den kleineren komplett übernommen - zahlreiche Jobs sind bedroht.


Milchstraße-Blatt "TV Spielfilm": Weiteres Sparprogramm

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München - Der Münchner Medienkonzern kaufte die Anteile des italienischen Milchstraße-Mitgesellschafters Rizzoli. Die Mailander Mediengruppe war bei verschiedenen Firmen der Milchstraße-Gruppe engagiert und hielt etwa die Mehrheit an der Illustrierten "Max". Die Burda Media AG hatte ein Vorkaufsrecht für den Fall, dass die Italiener sich von ihren Anteilen trennen würden.

Burda ("Focus", "Bunte") war bei den Hamburgern seit 1995 unter anderem schon über die Fernsehzeitung "TV Spielfilm" engagiert. Einzelne Anteile an den Milchstraße-Zeitschriften hielt der Münchner Konzern direkt und andere über die Burda Rizzoli Verlagsbeteiligungen GmbH (BRV), die zu je 50 Prozent dem Burda-Konzern und der italienischen Mediengruppe RCS Media Group gehörten.

Bei dem Hamburger Verlag sind nun nach einem früheren Bericht der "Süddeutschen Zeitung" etliche der 490 Jobs bedroht. Burda wolle viele Abteilungen am Firmensitz Offenburg konzentrieren. Das Magazin "Tomorrow" soll dagegen in ein Joint-Venture mit dem Vogel-Verlag angegliedert werden.

Die Verlagsgruppe Milchstraße war nach dem Platzen der Internetblase in die Krise geraten und verzeichnete einen starken Einbruch bei den Werbeeinnahmen. Nach herben Einschnitten will das Unternehmen von 2005 an noch einmal zehn Millionen Euro einsparen. Zuletzt erzielte die Gruppe einen Umsatz von 165 Millionen Euro.



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