Verluste durch Finanzkrise UBS prüft Klagen gegen eigene Manager

Der Bank hat Milliarden verloren - und das will sie nicht auf sich sitzen lassen: Der Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS überlegt, ehemalige Manager des Instituts auf Schadensersatz zu verklagen. Gleichzeitig akzeptierten die Aktionäre der Bank staatliche Hilfen.


Luzern - Sie sind wild entschlossen: Sollte eine Klage Erfolg versprechen, werde der Verwaltungsrat diesen juristischen Schritt auch einleiten, sagte der Verwaltungsratspräsident der UBS, Peter Kurer, am Donnerstag auf einer außerordentlichen Generalversammlung der Bank. "Wenn man das unterlässt, wäre das Pflichtverletzung."

UBS-Verwaltungsratschef Kurer: "Rettungspaket überzeugend und ausgewogen"
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UBS-Verwaltungsratschef Kurer: "Rettungspaket überzeugend und ausgewogen"

Kurer selbst übt sein Amt erst seit Oktober aus, gehörte vorher aber der Konzernleitung an. Die UBS Chart zeigen ist eine der europäischen Banken, die im Zuge der Finanzkrise die höchsten Verluste zu verzeichnen hatte. Auf der Generalversammlung billigten die Aktionäre deshalb auch eine Pflichtwandelanleihe in Höhe von sechs Milliarden Franken. Diese Staatshilfe ist Teil des 68 Milliarden Franken umfassenden Rettungspaketes des Staates für den größten Vermögensverwalter der Welt, der bereits rund 40 Milliarden Franken wegen der Hypotheken- und Finanzkrise abschreiben musste.

Zur Übernahme von Problembeständen der UBS werden diese 68 Milliarden Franken von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bereitgestellt, die in einer von der SNB kontrollierten und finanzierten Gesellschaft geparkt werden, bis sich der globale Finanzmarkt erholt hat. Kurer, der sich noch im Oktober sicher gezeigt hatte, dass keine Staatshilfen nötig würden, nannte das Rettungspaket für die Großbank nun "überzeugend und ausgewogen". Wenn es diese Kapitalspritze des Staates nicht geben würde, wären weitere Abschreibungen von etwa vier Milliarden Franken vonnöten.

In diesem Jahr aber droht der Bank ein hoher Verlust, für 2009 kündigte Kurer aber einen Gewinn an. Er versprach auch ab 2010 wieder eine Dividende. Außerdem stellte er eine neue Haltung in Aussicht: "In der UBS von heute gibt es keinen Platz mehr für Arroganz - und auch in der UBS von morgen wird sie keinen Platz haben."

Daneben sollen weitere Boni und Zulagen des Managements in zweistelliger Millionenhöhe zurückgezahlt werden. Kurer kündigte an, dass Manager auf weitere 22 Millionen Franken an Gehalt und Zulagen verzichten würden. Insgesamt würden auch 33 Millionen Franken der Führungskräfte um den früheren Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel zurückgezahlt. Die Bank gibt sich zusätzlich ein völlig neues Gehalts- und Zulagensystem, das nicht mehr nur gewinnorientiert ist.

sam/dpa-AFX/dpa



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