In der Coronakrise Vermögen der US-Milliardäre wächst um eine Billion

Unglaubliche Profite während der Pandemie: In der Coronakrise werden die superreichen US-Amerikaner laut einer Studie um gut eine Billion Dollar reicher – das wäre genug, um das Corona-Hilfspaket der USA zu finanzieren.
Dollarnoten und Gold: Die Superreichen steigern ihr Vermögen in der Coronakrise um rund ein Drittel

Dollarnoten und Gold: Die Superreichen steigern ihr Vermögen in der Coronakrise um rund ein Drittel

Foto: claffra / iStockphoto / Getty Images

Elon Musk, Bill Gates oder Jeff Bezos: Die Milliardäre in den USA haben ihr Vermögen laut einer Studie seit Beginn der Corona-Pandemie um mehr als eine Billion Dollar (knapp 827 Milliarden Euro) gesteigert. Während das Gesamtvermögen der US-Milliardäre am 18. März noch bei rund 2,95 Billionen Dollar gelegen habe, sei es bis Montag dieser Woche auf mehr als vier Billionen Dollar gewachsen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Denkfabrik Institute for Policy Studies (IPS) und der Organisation Americans for Tax Fairness (ATF).

»Niemals zuvor hat Amerika eine derartige Häufung von Reichtum in so wenigen Händen gesehen«, sagte ATF-Chef Frank Clemente. »Ihre Pandemie-Profite sind so enorm, dass Amerikas Milliardäre ein riesiges Covid-Hilfspaket bezahlen könnten, ohne einen Cent ihres vorherigen Vermögens zu verlieren.«

Den größten Vermögenszuwachs legte demnach Tesla SpaceX-Gründer Elon Musk hin: Ausgehend von einem Vermögenswert von 24,6 Milliarden Dollar Mitte März schnellte Musks Vermögen um fast 119 Milliarden Dollar (481 Prozent) auf 143 Milliarden Dollar. Dieser Vermögenszuwachs sei mehr als fünfmal so groß wie das Budget der Nasa in diesem Jahr. Die Studienautoren weisen darauf hin , dass Musk vor einiger Zeit einen großen öffentlichen Auftrag bekommen habe, als SpaceX wegen scheiternder Raketen vor dem Bankrott stand.

Noch reicher ist demnach nur Jeff Bezos, der mit Amazon sein Vermögen um 71 Milliarden Dollar auf 184 Milliarden Dollar steigerte. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Bill Gates, Mark Zuckerberg und Warren Buffet.

Billionen-Zugewinn: So viel wie 3000 Dollar pro Kopf

Clemente wies darauf hin, dass das derzeit vom Kongress geprüfte Corona-Hilfspaket bei unter einer Billion liege. Laut der Studie würde der Billionen-Zugewinn der Milliardäre ausreichen, um jedem der rund 300 Millionen US-Bürger eine einmalige Corona-Hilfe in Höhe von 3000 Dollar auszuzahlen.

Die Studie befeuert den Streit um eine gerechte Steuerpolitik in den USA. Linke US-Politiker wie die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez fordern angesichts der Kosten für die Corona-Pandemie und der wachsenden Ungleichheit eine höhere Besteuerung von Reichen.

Bereits im Oktober hatte eine Untersuchung der Schweizer Großbank UBS und der Beratungsgesellschaft PwC ergeben, dass die Corona-Pandemie die reichsten Menschen der Welt noch reicher gemacht hat. Demnach stieg das Gesamtvermögen der rund 2200 Dollar-Milliardäre weltweit auf einen Rekordwert von 10,2 Billionen Dollar.

Uno bittet Superreiche um Hilfe

Auch aus der Uno kamen zuletzt Rufe, Milliardäre angesichts der globalen Coronakrise stärker in die Verantwortung zu nehmen. Der Chef des Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley, sagte der Wochenzeitung »Die Zeit«, er wolle Milliardäre weltweit um Geld bitten, um Hungersnöte zu verhindern. Beasley, der früher Gouverneur des US-Bundesstaats South Carolina war, betonte, dass sich die Zahl der vom Hungertod bedrohten Menschen weltweit durch die Folgen der Pandemie auf 270 Millionen verdoppeln könnte.

caw/AFP
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