Versandhaus-Pleite Bayerns Regierung verkündet rettenden Kredit für Quelle

Die Zitterpartie scheint vorbei: Der insolvente Versandhändler bekommt laut bayerischer Landesregierung doch noch einen Massekredit von 50 Millionen Euro. Zuvor hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eine Finanzspritze des Bundes abgelehnt.


Berlin/Hamburg - Für den rettenden Massekredit über 50 Millionen Euro für Quelle gibt es nach Angaben der bayerischen Landesregierung eine grundsätzliche Einigung. "Mit der heutigen Entscheidung steht fest, die Quelle kann weiterarbeiten", sagte Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) am Mittwochabend nach Beratungen des Bürgschaftsausschusses von Bund und Ländern. Der Quelle-Katalog könne nun fertiggedruckt und ausgeliefert werden.

Insolventes Versandhaus: Druck des Winterkatalogs sichergestellt
AP

Insolventes Versandhaus: Druck des Winterkatalogs sichergestellt

Aus Berlin kamen zugleich vorsichtigere Töne: In Regierungskreisen hieß es, Quelle müsse den Antrag nochmal überarbeiten, die Sicherheiten seien zu gering. Auch Fahrenschon räumte ein, es müssten noch Kreditbedingungen und Rückzahlungsmodalitäten geklärt werden. Dabei gehe es jedoch nur noch um ein "Nacharbeiten".

Der Massekredit - er heißt so, weil er mit der Insolvenzmasse abgesichert ist - soll vom Bund und den Bundesländern Bayern und Sachsen kommen. Der Bund übernähme über die Staatsbank KfW 25 Millionen Euro, Bayern 21 Millionen über die Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) und Sachsen vier Millionen Euro.

Eine Staatsbürgschaft ist dagegen vom Tisch. Nach Angaben von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat der Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern - unter Beteiligung auch eines Vertreters aus Bayern - eine Bürgschaft in einer früheren Sitzung abgelehnt. Der Grund sei, dass bei Quelle eine Überschuldung vorliege, sagte Steinbrück.

Quelle wollte ursprünglich eine Staatsbürgschaft über 50 Millionen Euro - vor allem, um den Druck des Winterkatalogs zu finanzieren. Dieser ist für das Unternehmen überlebenswichtig, weil er die größten Umsätze erzielt. Die Länder Bayern und Sachsen hatten bereits zugesagt, sich zu beteiligen. Wegen des hohen Ausfallrisikos gab es im Bürgschaftsausschuss aber Bedenken.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erhält dafür nun quasi ein Dankeschön: Er soll am Donnerstag im Quelle-Vertriebszentrum in Nürnberg ein erstes Exemplar des neuen Quelle-Katalogs erhalten, teilte die bayerische Staatskanzlei mit.

yes/dpa-AFX/rtr



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