Versandhaus-Pleite Bund lehnt Bürgschaft für Quelle ab

Hängepartie für Quelle: Der insolvente Versandhändler bekommt nach Angaben von Finanzminister Peer Steinbrück kein Geld vom Bund. Jetzt setzt das Unternehmen alle Hoffnungen auf den Freistaat Bayern - der mit einem Massekredit helfen will.


Berlin/Hamburg - Das endgültige Aus für Quelle ist kaum noch abzuwenden: Der Bund lehnt die überlebensnotwendige Bürgschaft für das Unternehmen ab. Das sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Mittwoch in Berlin: "Ich folge dem Votum des interministeriellen Ausschusses, der unter Beteiligung auch des bayerischen Vertreters es abgelehnt hat, eine Bürgschaft zu geben." Der Grund: Quelle sei zu sehr überschuldet.

Insolventes Versandhaus: Die Hängepartie dauert an
AP

Insolventes Versandhaus: Die Hängepartie dauert an

Doch Bayern will das Fürther Unternehmen offenbar doch noch retten: Der Freistaat werde dem Unternehmen mit einem Massekredit helfen, teilte das bayerische Staatsministerium am Mittwoch mit. Ein Massekredit ist ein Instrument, um in der Insolvenz den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Das Land werde dazu 21 Millionen Euro beisteuern, den Rest trügen der Bund und das Land Sachsen, sagte Wirtschafts-Staatssekretärin Katja Hessel (FDP).

Hessel bestätigte, dass eine Staatsbürgschaft für Quelle nach derzeitigem Stand vom Tisch sei. Eine endgültige Entscheidung des Ausschusses wurde für Mittwochnachmittag erwartet.

Quelle hatte zunächst eine Staatsbürgschaft über 50 Millionen Euro beantragt - unter anderem, um den Druck des Hauptkatalogs abzusichern. Dieser ist für das Überleben des Unternehmens entscheidend. Am vergangenen Freitag konnte mit der Produktion verspätet begonnen werden - ebenfalls nach einer Hilfszusage des Freistaats Bayern. Wenn die Politik nicht eingegriffen hätte, "wäre bei Quelle seit Freitag nichts mehr gegangen", sagte Hessel.

Im Moment läuft der Druck des Katalogs noch, wie ein Sprecher der Druckerei Prinovis am Mittwoch sagte. Tags zuvor hatte das Unternehmen allerdings einen Druckstopp nicht ausgeschlossen - wenn es nicht rasch eine rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten erhält. Um den Katalog fertigzustellen, sind nach Auskunft des Sprechers noch mehrere Tage nötig.

yes/dpa



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