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MICROSOFT »Verschwörung gegen die Verbraucher«

aus DER SPIEGEL 42/1997

Ralph Nader, 63, der prominenteste amerikanische Konsumenten-Anwalt, über seine Attacken gegen Microsoft

SPIEGEL: Sie mobilisieren Verbraucher, Politiker und Unternehmer gegen Microsoft. Was haben Sie gegen die Firma von Bill Gates?

Nader: Wenn es so weitergeht, gehört Bill Gates bald alles: die Computerindustrie, die Medien, die Banken. Wir müssen diese Monopolisierung verhindern. Das US-Justizministerium muß gegen Microsoft einschreiten.

SPIEGEL: Die Softwarefirma Sun Microsystems fordert das schon lange und klagt nun selbst gegen Microsoft. Haben Sie sich da angehängt?

Nader: Keineswegs. Ich bin der einzige wirklich Unabhängige in dieser Angelegenheit. Die meisten Konkurrenten von Microsoft fürchten verständlicherweise um die eigene Existenz. Wenn auch ein anderer gegen den Konzern kämpft - um so besser.

SPIEGEL: Die Aktionäre sehen das gelassen. Nach Ihrer Attacke stieg die Microsoft-Aktie um vier Dollar.

Nader: Das bestärkt mich nur. Die Börsianer wissen eben ganz genau: Im Moment müssen alle Microsoft-Produkte kaufen, ob sie wollen oder nicht.

SPIEGEL: Fast alle Unternehmer bewundern Bill Gates und seine Firma.

Nader: Unternehmer begeistert der Profit. Aber das Lob dieser Leute bedeutet doch nichts. Schon Adam Smith sagte: Wenn Unternehmer zusammenkommen, verschwören sie sich gegen die Verbraucher.

Wash. Schmiese
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