Versicherer Münchener Rück übernimmt AIG-Sparte

Die Münchener Rück bedient sich aus den Überresten des angeschlagenen US-Versicherers AIG. Die Deutschen übernehmen eine Sparte der ehemals weltgrößten Assekuranz - laut Münchener Rück zu denkbar günstigen Konditionen.


New York/München - Mitten in der Finanzkrise übernimmt die Münchener Rück Chart zeigen den Spezialversicherer HSB vom einst weltgrößten US-Versicherer AIG Chart zeigen. Der Kaufpreis betrage 742 Millionen Dollar in bar, teilten beide Unternehmen am Montag in New York und München mit. Die Transaktion soll bis Ende März 2009 abgeschlossen sein. Nach Angaben der Münchener Rück wird das Geschäft aus eigenen Mitteln finanziert.

Münchener Rück: Transaktion bis Ende März abgeschlossen
DDP

Münchener Rück: Transaktion bis Ende März abgeschlossen

Münchener-Rück-Finanzchef Jörg Schneider sprach am Montag von einem Kauf "zu Konditionen, die wir uns vor kurzem nicht hätten träumen lassen". Der Preis entspreche nur dem 4,5fachen des Jahresgewinns und sei damit außergewöhnlich günstig.

Der einst weltweit größte Versicherer AIG musste infolge der Finanzkrise im Herbst mit Milliardenkrediten vom US-Staat vor der Pleite bewahrt werden und steht deshalb vor der Aufspaltung. Allein im dritten Quartal lagen die Verluste bei 24,5 Milliarden Dollar.

Kernstück der HSB-Gruppe ist die Hartford Steam Boiler Inspection and Insurance Company (HSB), nach Angaben der Münchener Rück einer der größten Versicherungs- und Inspektionsgesellschaften für technische Risiken in den USA. Die Hälfte der 2500 Beschäftigten seien Ingenieure und Prüfer. Die HSB erzielte 2007 einen Gewinn von 158 Millionen Dollar. Mit einer ausgezeichneten Schaden-Kosten-Quote von nur 73,8 Prozent in den vergangenen Jahren ist die Versicherung auch ohne die Erträge aus Kapitalanlagen gewinnträchtig. Das Nischensegment sei hoch profitabel, sehr solide und fast unabhängig von Naturgefahren, wie sie die Münchener Rück häufig absichert, hieß es bei dem deutschen Konzern.

Die Münchener Rück hatte zuletzt immer wieder Interesse an AIG- Sparten gezeigt. Der Rückversicherer hatte wegen Abschreibungen auf Aktienanlagen im dritten Quartal nur noch zwölf Millionen Euro Gewinn gemacht und angekündigt, das Jahresplus werde wohl unter zwei Milliarden Euro bleiben.

cvk/dpa/Reuters/AP



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