Versicherungen Münchener Rück erwartet mehr Schäden durch Wirbelstürme

Der Klimawandel bereitet der Versicherungsbranche zunehmend Sorgen: Die Münchener Rück rechnet für die nächsten Jahre mit einer erhöhten Schadensbelastung durch Wirbelstürme. Es geht um Milliardenbeträge.


München - "Durch den Klimawandel wird die Nachfrage nach Risikoschutz langfristig zunehmen", sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek bei der Vorstellung des Jahresberichts "Topics Geo - Naturkatastrophen 2006". Insgesamt betrugen die von Naturkatastrophen verursachten Schäden im vergangenen Jahr rund 50 Milliarden Dollar, wovon aber lediglich 15 Milliarden versichert waren. Ursache für die Schäden sei unter anderem die globale Erwärmung.

Hurrikan Wilma in Florida: Sowohl Risiken als auch Chancen
REUTERS

Hurrikan Wilma in Florida: Sowohl Risiken als auch Chancen

Im Jahr 2005 hatten sich die gesamten Schäden für die Volkswirtschaften sogar auf 219 Milliarden Dollar summiert - so viel wie niemals zuvor. Dass es 2006 weniger war, lag nach Ansicht der Münchener Rück an der verhältnismäßig ruhigen Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko. Für die Zukunft müsse man aber wieder mit einer Zunahme der Schäden rechnen.

Die Münchener Rück ist der weltweit zweitgrößte Rückversicherer. Im vergangenen Jahr steigerte das Dax-Unternehmen seinen Nettogewinn um mehr als ein Viertel auf den Rekordwert von gut 3,5 Milliarden Euro.

Das folgenschwerste Ereignis im Jahr 2006 war dem Jahresbericht zufolge ein Erdbeben nahe der indonesischen Stadt Yogyakarta Ende Mai, bei dem mehr als 5700 Menschen ums Leben kamen. Der wirtschaftliche Schaden betrug 3,1 Milliarden Dollar, versichert war aber - wie in der Region üblich - nur ein Bruchteil davon, nämlich 35 Millionen Dollar.

"Wir sind auf die Zunahme von Wetterextremen vorbereitet", erklärte Jeworrek. Generell bedeute der Klimawandel sowohl Risiken als auch Chancen. Unternehmen könnten beispielsweise durch die Entwicklung neuer und umweltfreundlicher Produkte und Technologien profitieren.

wal/Reuters/dpa-AFX



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