Verstaatlichung in Venezuela Chavez macht Ernst bei der Energie

Erst der Strom, dann die Telekommunikation - und nun der gesamte Energie-Sektor: Venezuelas Präsident Hugo
Chavez setzt die Verstaatlichung konsequent fort und dehnt sein Nationalisierungsprogramm noch aus. Für den internationalen Ölmarkt könnte das Folgen haben.


Caracas - In der vergangenen Woche hatte Chavez bereits bekannt gegeben, dass die Stromwirtschaft und das Telekommunikationsunternehmen CANTV verstaatlicht werden sollen. Vor dem Parlament erklärte er nun heute: "Wir haben entschieden, den gesamten venezolanischen Energie- und Stromsektor zu verstaatlichen, alles, absolut alles." Er wolle die staatliche Kontrolle über die von ausländischen Unternehmen betriebenen Erdgas- und Erdölprojekte.

Will Energie verstaatlichen: Venezuelas Präsident Chavez
AP

Will Energie verstaatlichen: Venezuelas Präsident Chavez

Von der Maßnahme betroffen wären Öl-Konzerne wie BP, Chevron, Exxon Mobile, Total und Statoil. Venezuela ist Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) und einer der größten Öllieferanten der USA.

Der linkspopulistische Chavez will mit den Verstaatlichungen seine sozialistische Revolution vorantreiben. Sie soll die Erträge aus dem Ölgeschäft gerechter verteilen. Obwohl Venezuela einer der größten Erdölexporteure der Welt ist, lebten 2005 nach Angaben der Vereinten Nationen 37,1 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.

Anders als in der Energiebranche will die venezolanische
Regierung für die Verstaatlichung von CANTV bezahlen. Bei der Firma ist der US-Telekommunikationskonzern Verizon Großaktionär.

kai/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.