Vertrag SAP und Microsoft wollen gemeinsame Software entwickeln

Eine Fusion war am Ende langer Verhandlungen im vergangenen Jahr gescheitert. Doch so ganz wollten die Software-Riesen SAP und Microsoft nun doch nicht auf die Früchte einer Zusammenarbeit verzichten. Gemeinsam wollen sie nun eine Software entwickeln, die beide Programmwelten verbindet.

Hamburg - Die Partnerschaft sei das bedeutendste Ergebnis aus den fehlgeschlagenen Fusionsgesprächen des vergangenen Jahres, schreibt das "Wall Street Journal" heute in seiner Online-Ausgabe. Mit der Ankündigung des neuen Software-Produkts unter dem Codenamen "Mendocino" wollen die Partner ihre Allianz angesichts des wachsenden Konkurrenzdrucks unterstreichen.

Nach der mehr als anderthalb Jahre währenden Übernahmeschlacht um Peoplesoft   war der Softwarekonzern Oracle   zum zweitgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware nach dem Walldorfer Marktführer aufgestiegen. Neben IBM   versucht auch Microsoft   im lukrativen Markt für Unternehmenssoftware vor allem mit Fusionen Fuß zu fassen. Mit seiner Mittelstandssoftware steht SAP   derzeit in Konkurrenz zu Microsoft. In anderen Bereichen kooperieren die beiden Unternehmen aber auch, um einen reibungslosen Betrieb der jeweiligen Produkte untereinander zu gewährleisten.

Die gemeinsam entwickelte Software soll unter anderem sicherstellen, dass zum Beispiel Einträge in Microsofts Office-Software Outlook automatisch in SAPs Zeitmanagement-System einfließen kann. Sie soll voraussichtlich im Herbst fertig sein. "Wir nehmen die größten Applikationen im Markt und verbinden die Erfahrungen", sagte SAP-Manager Shai Agassi. Weltweit nutzten rund 60 Millionen Beschäftigte sowohl Office als auch SAPs Software mySAP. Die neue Software werde SAP einen Vorteil gegenüber Oracle verschaffen.

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