Verurteilter Ex-Banker WikiLeaks-Informant Elmer legt Berufung ein

Der Schweizer Ex-Banker Rudolf Elmer will seine Strafe nicht hinnehmen: Er legt Berufung gegen seine Verurteilung wegen Drohung, versuchter Nötigung und Verletzung des Bankgeheimnisses ein. Die Staatsanwaltschaft will zunächst entscheiden, ob der Verhaftete freikommt.
Ehemaliger Banker Elmer: Entlassung wegen "Missverständnissen"

Ehemaliger Banker Elmer: Entlassung wegen "Missverständnissen"

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

Genf - Neuer Wirbel um Rudolf Elmer: Erst am Mittwoch war der Schweizer Ex-Banker verurteilt worden - nun hat er gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Das sagte Elmers Anwältin am Donnerstag der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA).

Der 55-jährige ehemalige Mitarbeiter der Privatbank Julius Bär war wegen Verletzung des Bankgeheimnisses, der Drohung und versuchten Nötigung seines Ex-Arbeitgebers zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Elmer war acht Jahre lang als Leiter einer Filiale auf den karibischen Cayman-Inseln tätig und wurde 2002 von seinem Arbeitgeber wegen "Missverständnissen" entlassen. Nach seiner Kündigung nahm er zahlreiche interne Dokumente mit und gab Informationen an den schweizerischen Fiskus, Medien und die Enthüllungsplattform WikiLeaks weiter.

Nach seiner Verurteilung war Elmer am Mittwochabend erneut festgenommen worden. Als Grund wurde die Übergabe zweier CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder am Montag an WikiLeaks-Gründer Julian Assange genannt. Die Staatsanwaltschaft will bis Freitagabend über die Inhaftierung Elmers entscheiden.

yes/AFP