Verzicht auf "Gigaset" Siemens verkauft Gigaset-Sparte

Für die 2000 Mitarbeiter der Siemens-Sparte SHC wird es ernst: Bereits Ende Mai könnten sie einen neuen Arbeitgeber haben. Mindestens drei mögliche Käufer prüfen derzeit die Übernahme der schwächelnden Sparte.


München - Siemens baut radikal um: Nach Informationen des "manager magazins" steht der Elektrokonzern kurz vor dem Verkauf seiner Tochter Siemens Home and Office Communications (SHC). Demnach soll der Hersteller von Schnurlostelefonen mit gut 2000 Beschäftigten bereits Ende Mai einen neuen Besitzer haben. Mindestens drei potenzielle Käufer prüften derzeit eine Übernahme, darunter das Starnberger Private-Equity-Haus Arques Chart zeigen und der US-Investor Sun Capital.

Siemens-Zentrale: Auch der Sektor Industrie soll umgebaut werden
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Siemens-Zentrale: Auch der Sektor Industrie soll umgebaut werden

Wie das Magazin weiter berichtet, leidet der Ableger der ehemaligen Com-Sparte seit Jahren unter einem rückläufigem Geschäft. Der Umsatz sank zuletzt auf 700 Millionen Euro - dennoch ist Siemens Chart zeigen nach wie vor Weltmarktführer bei Gigaset-Telefonen.

Der Konzern führt SHC unter dem Posten "Sonstige Operative Aktivitäten", der ein Volumen von insgesamt 2,9 Milliarden Euro hat. Dem "manager magazin" zufolge soll dieser vollständig aufgelöst werden. Aktivitäten mit einem Umsatz von 386 Millionen Euro und einem Gewinn von 17 Millionen Euro würden in die drei Sektoren Energie, Industrie oder Gesundheit eingegliedert. Der Rest soll in Joint Ventures überführt oder verkauft werden.

Dem Bericht zufolge stehen auch im größten Siemens-Sektor Industrie eine Bereinigung des Portfolios an. Bereits für den Verkauf ausgegliedert sei das Geschäft mit Bestückungsmaschinen, das Geräte für die Elektroindustrie fertigt. Davon betroffen wären ebenfalls rund 2000 Mitarbeiter.

sil/dpa



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