Verzicht auf Ölförderung Uno belohnt Ecuador mit Milliardenzahlung

Er gilt als eine der artenreichsten Regionen weltweit - und wird es wohl auch bleiben: der Yasuní-Nationalpark in Ecuador. Die Regierung in Quito verzichtet jetzt auf die Ölförderung in dem sensiblen Gebiet und erhält im Gegenzug Geld von der Uno.

Indios, ecuadorianischer Vizepräsident Moreno: Regenwald bleibt unberührt
AP

Indios, ecuadorianischer Vizepräsident Moreno: Regenwald bleibt unberührt


Quito - Ecuador will auf die umstrittene Ölförderung in dem als besonders schützenswert geltenden Yasuní-Nationalpark im Amazonasgebiet verzichten. Im Gegenzug will die Uno dem südamerikanischen Land einen Teil der entgangenen Einnahmen aus der Ölförderung ersetzen. Dies soll durch spezielle Fördermittel für Umwelt- und Regenwaldprojekte geschehen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten die ecuadorianische Regierung und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) am Dienstag. In dem Nationalpark lagern rund 20 Prozent oder 846 Millionen Barrel der Ölreserven Ecuadors.

Die Regierung erwarte, dass mindestens die Hälfte der entgangenen Einnahmen in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar kompensiert werde, sagte die für das Staatsvermögen zuständige Ministerin María Fernández Espinosa. Die Gelder sollen von der internationalen Staatengemeinschaft in einen Treuhandfonds eingezahlt werden. Daraus sollen dann Umweltprojekte und Projekte finanziert werden, die das Leben und Arbeiten im Regenwald ermöglichen, ohne ihn zu zerstören.

Grüne verlangen Vorreiterrolle Deutschlands

Der Yasuní-Nationalpark wurde von der Unesco zum besonders schützenswerten Biosphärenreservat erklärt. Das noch weitgehend unberührte Gebiet gilt als eines der Regionen mit der größten Artenvielfalt weltweit. In den Tiefen des Regenwaldes existieren noch zwei Stämme von Ureinwohnern, die Tagaeri und die Taroemananen.

In Berlin bezeichnete die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen, Ute Koczy, die Vereinbarung als einen Durchbruch auf dem Weg zur Rettung eines wichtigen Teils des Nationalparks. Jetzt sei die internationale Gemeinschaft gefordert. Die Grünen-Politikerin verlangte von der Bundesregierung, dabei eine Vorreiterrolle einzunehmen. Deutschland hat sich gemeinsam mit anderen europäischen Staaten in Verhandlungen mit der ecuadorianischen Regierung für das Projekt engagiert.

fdi/dpa



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