Verzockte Milliarden Société Générale muss Strafe zahlen

Die Affäre Kerviel hat für die Société Générale ein Nachspiel. Die französische Bankenaufsicht verhängte eine Strafe von vier Millionen Euro. Der Grund: "schwere Mängel im internen Kontrollsystem".


Paris - Im Milliardenskandal um nicht genehmigte Börsenspekulationen hat die französische Bankenaufsicht eine Strafe gegen die Großbank Société Générale Chart zeigen verhängt. Das Geldinstitut muss vier Millionen Euro zahlen. Es habe "schwere Mängel im internen Kontrollsystem" gegeben, hieß es in einer Erklärung der Behörde. Diese Mängel, "vor allem fehlerhafte hierarchische Kontrollen, dauerten über eine lange Zeit, das ganze Jahr 2007, an, ohne dass sie durch interne Kontrollsysteme entdeckt oder korrigiert worden wären".

Der Aktienhändler Jérome Kerviel soll bei der Société Générale durch nicht genehmigte Spekulationen einen Schaden von 4,9 Milliarden Euro verursacht haben. Die Justiz ermittelt wegen mutmaßlicher Fälschung gegen Kerviel, ließ ihn aber Mitte März nach fünf Wochen Untersuchungshaft aus dem Gefängnis frei. Der 31-Jährige muss sich einmal in der Woche bei der Polizei melden und einmal im Monat seinen Wohnsitz nachweisen.

Kerviel gibt an, seine Vorgesetzten hätten von den Geschäften gewusst, ihn aber nicht aufgehalten, solange er damit Gewinn gemacht habe. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft.

wal/AFP



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