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TARIFVERTRÄGE Veto vom Chef

aus DER SPIEGEL 43/2001

Im Unternehmerlager gibt es heftigen Krach zwischen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und dem Chef des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Ignaz Walter. Grund ist der Plan der Bundesregierung, öffentliche Aufträge nur noch an solche Unternehmen zu vergeben, die sich an die geltenden Tarife halten. Während Walter das rot-grüne Gesetzesvorhaben ausdrücklich unterstützt, lehnt Hundt den Plan als »staatlich angeordneten Einheitslohn« ab. Zusätzlich streiten sich die Chef-Lobbyisten um die jüngsten Bau-Tarifverträge zur Altersvorsorge. Die Branche will die Vereinbarungen auch für solche Betriebe verbindlich machen, die nicht an Tarifverträge gebunden sind. Doch weil Arbeitgeberchef Hundt sein Veto gegen den Plan einlegt, kann Arbeitsminister Walter Riester die dafür notwendige Vorschrift nicht erlassen. Die Bauindustrie fühle sich von Hundt inzwischen »massiv bevormundet und benachteiligt«, klagt Walters Verbandsgeschäftsführer Michael Knipper. Schon dächten viele Funktionäre darüber nach, mit ihrem Verband aus Hundts Arbeitgebervereinigung auszutreten.

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