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MEDIENFONDS Victory-Chef im Visier des Staatsanwalts

aus DER SPIEGEL 37/2006

Der Medienfonds-Branche droht ein neuer Skandal um fehlende Ausschüttungen und Steuertricksereien. Victory-Chef Franz Landerer, der in den vergangenen Jahren von 8500 Anlegern rund 200 Millionen Euro eingesammelt hat, ist ins Visier der Augsburger Staatsanwaltschaft geraten. »Wir führen ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verdachts auf Untreue und Steuerhinterziehung«, bestätigt ein Sprecher, daneben gebe es zehn weitere Beschuldigte. Die Untersuchung drehe sich »um ein Konglomerat von rund 30 Firmen«. Nach Italien und in die Niederlande sind Rechtshilfeersuchen geschickt worden. Die Ermittler interessieren sich unter anderem für die Global Entertainment Production BV, deren Muttergesellschaft ihren Sitz im Karibikparadies Curaçao hat. Victory-Produktionen wie etwa »Der Krieger - Shaka Zulu« mit Grace Jones und David Hasselhoff liefen oft über Global, die den Fonds hohe Summen schulden soll. Daneben wollen die Augsburger Fahnder mehr über Guido und Maurizio DeAngelis wissen. Die Brüder, die früher für Bud-Spencer-Filme die Musik produzierten, arbeiteten eng mit Victory zusammen. Ende Juni war es zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung mehrerer Victory-Medienfonds gekommen. Wütende Anleger sollen die Geschäftsleitung beschimpft haben. »Die Ermittlungen sind mir nicht bekannt«, sagt Landerer, »die angeblichen Missstände mit Global sind reine Mutmaßungen, da findet auch der Staatsanwalt nichts.«

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