Viel Arbeit Erwerbstätigkeit auf Rekordhoch

Arbeitsreiches Jahr: Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist 2007 auf den höchsten Stand seit 17 Jahren gestiegen. Besonders viele neue Jobs sind im Dienstleistungsbereich entstanden.


Wiesbaden – So viel Arbeit gab es in Deutschland lange nicht mehr: Im Durchschnitt des Jahres 2007 waren 39,7 Millionen Menschen erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 649.000 oder auch 1,7 Prozent mehr als 2006.

Zu verdanken ist das kräftige Plus den Statistikern zufolge der anhaltend guten konjunkturellen Lage, der sehr milden Witterung zu Beginn des vergangenen Jahres und dem Ende 2006 eingeführten Saisonarbeitergeld. Damit habe sich der schon 2006 begonnene Anstieg der Erwerbstätigkeit - damals gingen 242.000 Menschen mehr einer Erwerbstätigkeit nach als 2005 - verstärkt fortgesetzt.

Die Zahl der Erwerbstätigen umfasst sowohl die Angestellten als auch die Selbstständigen. Die Zahl der Arbeitnehmer stieg den Statistikern zufolge im vergangenen Jahr um 595.000 beziehungsweise um 1,7 Prozent auf 35,3 Millionen Beschäftigte. Damit lag die Zahl nur knapp unter dem bisherigen Höchststand des Jahres 2001 von gut 35,3 Millionen Beschäftigten.

Der wirtschaftliche Aufschwung führte vor allem zu mehr voll sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Betrachtet man die einzelnen Branchen, machte sich der Aufschwung in fast allen Wirtschaftsbereichen bei der Beschäftigung bemerkbar. Besonders kräftig legte der Dienstleistungsbereich mit einem Plus von mehr als einer halben Million Beschäftigten zu. Aber auch im produzierenden Gewerbe (ohne Bau) waren 96.000 Menschen mehr beschäftigt, also 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Baugewerbe waren es 40.000 und damit 1,9 Prozent mehr und in der Land- und Forstwirtschaft 9000 mehr - ein Plus von 1,1 Prozent. Damit kehrten sich in diesen Wirtschaftsbereichen langjährige Trends um: So wurden ldem Statistischen Bundesamt zufolge im Baugewerbe zuvor elf Jahre lang Beschäftigungsverluste registriert, in der Land- und Forstwirtschaft seit acht Jahren und im produzierenden Gewerbe seit fünf Jahren.

Trotz der positiven Entwicklung der Erwerbstätigkeit habe sich der seit Jahren anhaltende Strukturwandel in den Wirtschaftsbereichen weiter fortgesetzt, hieß es heute weiter. Der Dienstleistungssektor habe seinen Anteil an allen Erwerbstätigen auf 72,4 Prozent erhöht - 1991 betrug er noch 59,5 Prozent. Das produzierende Gewerbe hingegen (einschließlich Baugewerbe) habe den Anteil auf 25,4 Prozent von 36,6 Prozent im Jahr 1991 verringert. Der Anteil des primären Sektors (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) sank in diesem Zeitraum von 3,9 auf 2,1 Prozent.

Viele Experten erwarten, dass der Arbeitsplatzaufbau in Deutschland auch im gerade begonnenen Jahr weitergeht. So erklärte beispielsweise das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) heute in seiner Konjunkturprognose für 2008 zwar, die Wirtschaft werde wohl etwas langsamer wachsen als 2007. Gleichwohl sei der Aufwärtstrend robust und für dieses Jahr seien noch einmal 300.000 neue Jobs zu erwarten.

ase/Ap



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