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Viel Schwefel im Weißwein

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aus DER SPIEGEL 7/1985

Deutscher Weißwein könnte reiner sein. Er müßte nur nach einem Verfahren hergestellt werden, für das der Bundesgerichtshof vergangene Woche dem Winzer Werner Walter aus Edenkoben in der Pfalz ein Patent zusprach. Walter benötigt, anders als seine Konkurrenten, keine schwefelige Säure, um den Wein zu desinfizieren. Die Verbraucher haben aber bislang wenig davon, denn das Flaschenetikett verrät nicht, was im Wein ist. Anders als sonst bei Lebensmitteln, bei denen »mit SO2« oder auch »stark geschwefelt« auf der Packung stehen muß, braucht beim Wein der üble Stoff nicht deklariert zu werden. Die Weintrinker wissen deshalb nicht, wieviel Schwefel sie zu sich nehmen. Das deutsche Weingesetz erlaubt je Liter Wein bis zu 400 Milligramm der giftigen Substanz. Die Weltgesundheitsorganisation dagegen hält 20 Milligramm pro Person für die höchste zumutbare Tagesdosis.

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