Virgin Milliardär Branson will Krisenbank Northern Rock kaufen

Mögliche Rettung für die angeschlagene britische Hypothekenbank Northern Rock: Der Milliardär Richard Branson hat Insidern zufolge Interesse an einer Übernahme. Entsprechende Gespräche finden offenbar schon statt.


London - Das Geschäft soll über Bransons Mischkonzern Virgin abgewickelt werden. Dieser führe derzeit Gespräche mit einem Konsortium aus arabischen und amerikanischen Investoren, sagte ein Insider und bestätigte damit einen Bericht der "Times".

Milliardär Branson: Northern Rock könnte künftig unter der Marke Virgin Money firmieren
AP

Milliardär Branson: Northern Rock könnte künftig unter der Marke Virgin Money firmieren

Die Gruppe möchte demnach einen Kontrollanteil an der Bank erwerben. Im Gegenzug wollen die Investoren Geld in die Bank pumpen und das Finanzinstitut stabilisieren. Möglicherweise könne es noch heute zu einem Angebot kommen, heiß es. Ein genauer Zeitpunkt sei aber unklar. Dem Bericht zufolge soll die Hypothekenbank künftig unter der Marke Virgin Money firmieren.

Virgin bestätigte am Nachmittag, Interesse an Northern Rock Chart zeigenzu haben. Die britische Bank selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Anleger schöpften dennoch Hoffnung: Die Aktien der Bank legten an der Londoner Börse um 4,5 Prozent zu.

Northern Rock war vor gut einem Monat wegen der Krise am US- Immobilienmarkt ins Trudeln geraten, die Englische Notenbank musste einen Notkredit zuschießen. Tausende Kunden räumten daraufhin ihre Konten, und der Aktienkurs brach ein. Nach einem Bericht der "Financial Times" hat Northern Rock mittlerweile 13 Milliarden Euro an Hilfsgeldern von der Bank of England geliehen.

Laut "Times" haben sich Vertreter von Virgin bereits mit dem Management von Northern Rock getroffen. Früheren Presseberichten zufolge sollen auch noch der US-Finanzinvestor Blackstone Chart zeigen und der britische Konkurrent Apax an Northern Rock interessiert sein. Zudem soll die New Yorker Beteiligungsgesellschaft JC Flowers 15 Milliarden Pfund (21,7 Milliarden Euro) für ein Gebot gesammelt haben.

wal/Reuters/dpa



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