Vivendi Universal Messiers Milliarden-Minus

Nach dem Abgang des Strahlemanns Jean-Marie Messier muss Vivendi Universal seine Bilanz aufräumen. Die Gesamtsumme der wertlos gewordenen Beteiligungen wird auf bis zu zehn Milliarden Euro geschätzt, der Aktienkurs brach weiter ein.


Teurer Hang zur Größe: Vivendi Universal
REUTERS

Teurer Hang zur Größe: Vivendi Universal

Paris – Der Kurs des französischen Misch- und Medienkonzerns Chart zeigen fiel in Paris am Dienstag nochmals um 4,47 Prozent auf 15,38 Euro. Schon am Vortag hatte die Vivendi-Aktie mehr als fünf Prozent an Wert verloren. Grund dafür sind Spekulationen über drohende Abschreibungen in Milliardenhöhe.

Die erwarteten neuerlichen Abschreibungen würden von Branchenkennern auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt, berichtete beispielsweise die Wirtschaftszeitung "La Tribune". Die Informanten des "Wall Street Journal" befürchten sogar, dass die Bilanz um bis zu zehn Milliarden Euro korrigiert werden muss.

Gefeuerter Visonär: Jean-Marie Messier
AP

Gefeuerter Visonär: Jean-Marie Messier

Die Mediengruppe wollte sich zu den Berichten nicht äußern, wird aber bereits am Mittwoch für mehr Klarheit sorgen, wenn die Quartals- und Halbjahreszahlen veröffentlicht werden. "La Tribune" hatte berichtet, die Abschreibungen resultierten vor allem aus den verringerten Vermögenswerten bei USA Networks, im Internet-Geschäft und beim Telekom-Engagement des Konzerns in Marokko. Das Ergebnis des Konzerns werde dadurch in die roten Zahlen rutschen, erwarteten Marktanalysten in Paris. Die neue Vivendi Führung wolle nach dem Abgang des bisherigen Chefs Jean-Marie Messier "den Zähler für gewisse Beteiligungen auf Null stellen", so der Bericht.

"Die Tatsache, dass wir gestern noch über 1 bis 5 Milliarden Euro geredet haben und heute die Zahl von 10 Millarden Euro kursiert, beunruhigt die Investoren", sagte ein Händler an der Börse in Paris. Zudem gebe es weiterhin Sorgen über den Verschuldungsgrad von Vivendi Universal. Am Markt herrsche das Gefühl, dass dem neue Konzernchef Jean-Rene Fourtou und seinem Team ein "langer harter Kampf" bevorstehe.



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