Volkswagen Arbeiter pfeifen Pischetsrieder aus

Im Tarifkonflikt bei Europas größtem Autobauer Volkswagen bekommt Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die geballte Wut der Belegschaft zu spüren. Auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg wurde der Manager mit Pfiffen und Buh-Rufen begrüßt.


Bernd Pischetsrieder: Schwere Zeiten in Wolfsburg
DPA

Bernd Pischetsrieder: Schwere Zeiten in Wolfsburg

Wolfsburg - "Man hat gemerkt, dass die Leute richtig sauer sind", sagte die Sprecherin des VW-Gesamtbetriebsrates Barbara Grimm. Mit insgesamt 12.000 Teilnehmern war die Betriebsversammlung in Wolfsburg außerordentlich gut besucht. Am Vortag war die zweite Runde der Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt worden. Die IG-Metall-Bezirksleitung in Hannover sprach von einer verhärteten Situation. Nach dem neunstündigen Gespräch, das keine Annäherung gebracht habe, sei das Klima angespannt, sagte IG-Metall-Sprecher Jörg Köther. Es sei jedoch "verfrüht, über einen Arbeitskampf bei Volkswagen zu spekulieren".

Die Verhandlungen für die 103.000 Beschäftigten waren am Dienstagabend in Hannover auf kommende Woche vertagt worden. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine kritisierte, dass Volkswagen erneut eine tarifvertragliche Arbeitsplatzgarantie abgelehnt habe. VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn sagte dagegen, solche Garantien könne VW Chart zeigen nicht geben.

Unterdessen berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise, dass der Autokonzern der Gewerkschaft mit der Ausgliederung von 1000 bis 5000 Stellen in die Konzerntochter AutoVision GmbH drohen wolle. Deren Mitarbeiter verdienen demnach derzeit durchschnittlich 15 Prozent weniger als im Haustarifvertrag geregelt. IG-Metall-Sprecher Köther zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. In den Tarifverhandlungen selbst habe das Unternehmen bereits schlimmere Drohungen vorgebracht.



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