Volkswagen Bestes Ergebnis aller Zeiten erwartet

Volkswagen wird am Dienstag die Geschäftszahlen für 2000 vorlegen. Analysten rechnen mit einem Nettogewinn zwischen 2,76 und 3,3 Milliarden Mark - im Vorjahr hatte er bei 1,651 Milliarden Mark gelegen.


Hamburg - Der Vorsteuergewinn bei VW ist voraussichtlich von 4,9 Milliarden Mark auf 5,8 bis 6,4 Milliarden Mark gestiegen. Damit hätte Volkswagen die bisherige Rekordmarke eingestellt. 1998 erzielte der Konzern einen Vorsteuerertrag von 6,2 Milliarden Mark. Beim Umsatz erwarten Analysten für das Jahr 2000 einen Zuwachs von 147 Milliarden Mark im Jahr 1999 auf 158 bis 165 Milliarden Mark.

Die Analysten sind allerdings skeptisch, was die zukünftige Entwicklung des Konzerns angeht. Das laufende Geschäftsjahr könnte zur Nagelprobe werden. Einerseits befürchten sie ein Abflachen der Konjunktur in Westeuropa, wo die Wolfsburger im Kleinwagensegment Marktführer seien. Andererseits berge die Wirtschaftsentwicklung in den USA für VW Gefahren. Sollte sich dort das Wachstum erheblich verringern, könnten sich auch die VW-Verkäufe abnehmen. Der Konzern erzielt 20 Prozent seiner Gesamtumsätze in den USA.

Ungeachtet der vorsichtigen Analysten wollen die VW-Angestellten an dem neuen Rekordergebnis stärker beteiligt werden. Der Gesamtbetriebsrat fordert 20 bis 30 Prozent höhere Bonuszahlungen. Angesichts des im Geschäftsjahr 2000 stark gestiegenen Nettogewinns sei es nur fair, die 100.000 Beschäftigten davon profitieren zu lassen, sagte der stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Sudholt zu SPIEGEL ONLINE. Immerhin erhielten auch die führenden Manager Sonderzahlungen, wenn ein besonders gutes Konzernergebnis erzielt worden sei.

Sudholt zeigte sich trotz eines bislang ausstehenden Gegenvorschlags kompromissbereit. Sollte die Konzernleitung kein Geld für diese zusätzlichen Bonuszahlungen aufbringen, so könnten auch nicht-stimmberechtigte Belegschaftsaktien ausgegeben werden.

Das Bonussystem Volkswagens ist tariflich vereinbart - läuft aber im ersten Quartal dieses Jahres aus. Bei der letzten Auszahlung hat jeder Arbeitnehmer nach Sudholts Angaben 2000 Mark erhalten. Davon seien allerdings 400 Mark in das VW-eigene Zeitwertpapier geflossen. Diese betriebsinternen Fonds sollen den Angestellten später einen Vorruhestand ermöglichen.



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